Welthirntumortag 2021

Virtual Reality ermöglicht neue Formen der Operationsplanung und Patientenaufklärung

Mit dem heutigen Welthirntumortag wird an die rund 8.000 Menschen in Deutschland gedacht, die pro Jahr an Hirntumor erkranken. Die Diagnose Hirntumor stellt für die Patienten die Welt auf den Kopf. Für das interdisziplinäre onkologisches Behandlungsteam und die Neurochirurgen bedeutet die Erkrankung höchste Herausforderung, um die hochsensiblen Bereiche des Gehirns bei den meist notwendigen Eingriffen zu schonen.

Minimalinvasive und hochpräzise Eingriffe

Dank modernster Technik können an der Klinik für Neurochirurgie auch diese heiklen Eingriffe am Gehirn minimalinvasiv und mit höchster Präzision durchgeführt werden. Seit kurzem erlaubt dabei auch der Einsatz von Virtual Reality ganz neue Formen der Operationsplanungen und auch Patientenaufklärung. „Dank der VR-Simulation mit dem System von Surgical Theatre können wir vor dem tatsächlichen Eingriff die individuellen neuroanatomischen Strukturen des Patienten im betroffenen Bereich analysieren und bereits vorab planen, wie etwa besonders empfindliche Bereiche im Gehirn beim Eingriff am besten geschützt werden können“, erklärt Prof. Dr. Dr. Günther C. Feigl, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie.

Eventuelle Probleme vorab erkennen

„Bei der virtuellen Durchführung des Eingriffs können eventuelle Probleme, die während einer Operation auftreten können, schon vorab erkannt und dann bei der OP vermieden werden“, so Prof. Feigl. Während der Operation werden die 3D- und VR-Bilder eingesetzt, um die Präzision der minimalinvasiven Eingriffe noch weiter zu erhöhen.

Neue Möglichkeiten der Patientenaufklärung 

Auch für die detaillierte Information und Aufklärung der betroffenen Patienten eröffnet das System ganz neue Möglichkeiten. Im Klinikum Bamberg können die Betroffenen seit kurzem dank Virtual Reality (VR) selbst eine Reise in ihr eigenes Gehirn oder Nervensystem unternehmen. Mittels VR-Brille können sie dabei vorab miterleben, wie bei einer Tumordiagnose das betroffene Gewebe über einen minimalinvasiven Eingriff entfernt wird. In der virtuellen Realität hat der Patient die Möglichkeit, in seinem eigenen Gehirn wie in einem Raum zu stehen, sich umzusehen und zu bewegen. Ein Neurochirurg führt den Patienten durch diesen virtuellen Raum und erklärt den geplanten operativen Eingriff genau.

Erste Klinik in Europa mit dem innovativen System

Die Klinik für Neurochirurgie ist die erste Klinik in Europa, die das System von Surgical Theatre™ einsetzt. In den USA ist dieses System bereits seit 2 Jahren verfügbar. Die VR-Simulation wird auf Basis von herkömmlichen CT- oder MRT-Aufnahmen erstellt, die im Rahmen der Behandlung ohnehin benötigt werden. Der Patient muss sich somit keinen zusätzlichen Aufnahmen unterziehen.     
 
Kontakt:
Klinik für Neurochirurgie
Tel.: 0951 503-12181
neurochirurgie@sozialstiftung-bamberg.de