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Zehn Jahre „Kein Täter werden“ – Bamberger Präventionsprojekt feiert erfolgreiches Jubiläum

Ein Meilenstein in der Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch: Im Rahmen einer festlichen Jubiläums- und Fortbildungsveranstaltung feierte das Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ am Standort Bamberg unter der Trägerschaft der Sozialstiftung Bamberg sein zehnjähriges Bestehen.

Von links: Oberbürgermeister Andreas Starke, Stiftungsratsvorsitzender der Sozialstiftung Bamberg, Wolfgang Gründler, Generalstaatsanwalt in Bamberg, Prof. Dr. Klaus M. Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité Berlin, Dr. Winfried Brechmann, Amtschef des Ministeriums für Justiz in Bayern, Dr. Ralf Bergner-Köther, Projektleiter „Kein Täter werden“ Bamberg, Prof. Dr. Stefan Unterecker, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Bamberg und Martin Wilde, Vorstandsvorsitzender der Sozialstiftung Bamberg, beim zehnjährigen Jubiläum des Präventionsprojektes „Kein Täter werden“ in Bamberg. (Fotoquelle: Sozialstiftung Bamberg)

Die Projektverantwortlichen blickten dabei auf eine erfolgreiche Dekade zurück, in der wichtige Fortschritte in der Therapie von Menschen mit einem sexuellen Interesse an Kindern und in der Prävention von Straftaten erzielt werden konnten. 

Die Veranstaltung im Klinikum am Bruderwald wurde von hochrangigen Vertretern aus Politik, Justiz und Medizin begleitet. In ihren Grußworten würdigten der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke und Ministerialdirektor Dr. Winfried Brechmann, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium der Justiz, die Bedeutung des Projekts für die Gesellschaft und die erfolgreichen Ergebnisse der letzten Jahre. Beide betonten die Relevanz der Arbeit, die „Kein Täter werden“ und andere daraus entstandene Projekte an der Sozialstiftung Bamberg (z. B. das Projekt „Hellfeld“) im Bereich der Prävention und der Gesundheitsversorgung leisten.

Durch das Programm führten der Projektleiter Dr. phil. Ralf Bergner-Köther und Prof. Dr. Stefan Unterecker, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Bamberg. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Dabei gab Dr. Bergner-Köther einen umfassenden Überblick über die gesammelten Erfahrungen, Entwicklungen und Erfolge der therapeutischen Arbeit. Seit dem Start des Projektes im Jahr 2016 in Bamberg wurden über 500 Personen, die entsprechende Neigungen zeigten, in den Präventionsprojekten der Sozialstiftung Bamberg vorstellig und auf ihrem Weg zur Veränderung begleitet. Die Teilnehmer kommen aus allen Schichten der Gesellschaft und nehmen teilweise mehrere Stunden Anfahrtszeit auf sich, um sich mit ihrer Sexualpräferenz auseinanderzusetzen und ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu erlernen. Jederlei Geschlecht und Alter sei hierbei vertreten. 

„Wir haben in den letzten zehn Jahren viel erreicht, aber auch viele Herausforderungen gemeistert. Unsere Arbeit ist nach wie vor notwendig und die Nachfrage wächst stetig weiter. Wir freuen uns über die Fortschritte, die wir gemeinsam mit den Teilnehmern erzielen konnten und sind stolz, einen Beitrag zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs geleistet zu haben“, so Dr. Bergner-Köther.

Die Veranstaltung wurde von einer Vielzahl von Fachkräften aus den Bereichen Strafrecht, Medizin, Psychotherapie und Prävention besucht. Sie alle hoben die Bedeutung des Projektes hervor. Die weiteren Programmbeiträge befassten sich sowohl mit der medizinischen Behandlung von starkem sexuellem Verlangen, als auch mit aktuellen Entwicklungen in der Rückfallprognose sowie mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bereich der Kindesmissbrauchsabbildungen. In den vergangenen Jahren habe das Projekt sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch in der praktischen Arbeit wertvolle Erkenntnisse zur Prävention von sexualisierter Gewalt geliefert und man hoffe, dies in Zukunft so fortsetzen zu können. 

Mit Blick auf die nächsten Jahre kündigte der als Referent geladene Gründer des Netzwerkes „Kein Täter werden“, Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier von der Charité Berlin an, dass man auf eine Verstetigung des Projekts im System der gesetzlichen Krankenkassen hinarbeite. Die Finanzierung in Bamberg ist aktuell durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen als auch durch das bayerische Staatsministerium für Justiz bis Ende 2027 gesichert. 

„Wir sind zuversichtlich, dass wir auch darüber hinaus weiter dazu beitragen können, sexualisierte Gewalt in Bamberg Stadt und Land und anderen Regionen Bayerns langfristig zu verhindern. Unser Ziel bleibt es, das Thema in der Gesellschaft weiter zu enttabuisieren und mehr Menschen für eine freiwillige, verantwortungsbewusste Teilnahme an unserer Therapie zu gewinnen“, so Dr. Bergner-Köther, der sich auch bei allen Partnern und Unterstützern des Projektes für ihr Vertrauen und ihre Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedankte. „Ohne die enge Partnerschaft mit verschiedensten Institutionen, Kooperationspartnern und anderen Fachkräften wäre der Erfolg des Projektes nicht möglich gewesen.“

 

Über „Kein Täter werden“:
Das Projekt „Kein Täter werden“ wurde im Jahr 2005 an der Charité Berlin ins Leben gerufen, um Menschen, die sexuell übergriffiges Verhalten gegenüber Kindern zeigten, Kindesmissbrauchsabbildungen konsumieren oder entsprechende Neigungen aufweisen, einen therapeutischen Ausweg zu bieten. Ziel ist es, den Betroffenen durch Interventionen und therapeutische Begleitung einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Neigung zu ermöglichen und Straftaten zu verhindern. Das Projekt in Bamberg hat sich zu einer der führenden Anlaufstellen in Bayern (zusammen mit München und Regensburg) entwickelt und trägt dazu bei, die Prävention von sexualisierter Gewalt voranzutreiben. In ganz Deutschland gibt es mittlerweile 14 Anlaufstellen.  

Personen, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien bei sich feststellen, können sich unter der Telefonnummer 0951 503-26449 oder per E-Mail an kein-taeter-werden@sozialstiftung-bamberg.de melden. Hier erhalten sie Informationen zur Behandlung und können persönliche Termine vereinbaren. 

 

 

 

 

Ansprechpartnerin für die Presse:
Sozialstiftung Bamberg
Susanne Lindner-Northey
Tel. 0951 503-11010
E-Mail: susanne.lindner-northey@sozialstiftung-bamberg.de