Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde: Abteilung Wissenschaft und Forschung

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Wissenschaftliche Naturheilkunde - Forschung & Lehre

Stiftungslehrstuhl für Integrative Medizin - Schwerpunkt translationale Gastroenterologie

Die Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg verfügt über eine eigene Forschungsabteilung. Univ.-Prof. Dr. med. Jost Langhorst, der Leiter der Klinik, ist zugleich Inhaber des Stiftungslehrstuhls für “Integrative Medizin – Schwerpunkt translationale Gastroenterologie“ der Universität Duisburg-Essen.

Das Ziel unserer Forschungstätigkeit ist in erster Linie die wissenschaftliche Erforschung der Verfahren und Behandlungsansätze, die in der klinischen Naturheilkunde angewandt werden. Unsere Schwerpunkte hierbei bilden die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), die Mind/Body-Medizin, klassische Naturheilverfahren und weitere komplementäre Methoden.

Studentische Lehre

Ein weiteres zentrales Ziel ist die Etablierung eines nachhaltigen und innovativen Lehrkonzeptes im Rahmen der humanmedizinischen Ausbildung. In diesem Zusammenhang wurde ein Blockseminar zur Einführung in die Integrative Medizin und Naturheilkunde als Wahlpflichtfach und eine Online-Vorlesung im Rahmen der Pflichtvorlesung QB12 etabliert.

In dem mehrtägigen Blockseminar „Einführung in die Integrative Medizin und Naturheilkunde“, können die Teilnehmer (Studierende der Humanmedizin ab dem 6. Fachsemester) an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Einblicke in die Behandlungsweise der Naturheilkunde gewinnen: beruhend auf den fünf Säulen der klassischen Naturheilkunde werden die Bereiche Phytotherapie, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Hydrotherapie und Ordnungstherapie/Mind-Body Medizin sowie erweiterte Naturheilverfahren (u.a. TCM/ Akupunktur und ausleitende Verfahren) in theoretischen Lehreinheiten und praktischen Übungen vermittelt. Das nächste Blockseminar findet im September 2022 statt. 
 

Erkrankungen des gastroenterologischen Bereiches stehen im Vordergrund (Magen-Darm-Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen), aber auch Erkrankungen anderer Indikationsgebiete (z.B. chronische Schmerzsyndrome, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises). Die Mitbehandlung onkologisch erkrankter Patienten ist ebenfalls Gegenstand unserer Forschungstätigkeiten.  

Neben Patienten- bzw. Probandenstudien hat auch der Bereich der Versorgungsforschung einen wichtigen Stellenwert. Hier geht es um anwendungsorientierte Forschung mit hoher praktischer Relevanz für alle Beteiligten im Gesundheitssystem. Welche Verfahren werden nachgefragt und angewendet, welche führen beim Patienten zum Erfolg? Die Evaluation der komplementärmedizinischen und naturheilkundlichen Maßnahmen ist eine wesentliche Voraussetzung für einen zielgerichteten Einsatz von Therapien und Ressourcen.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt unserer Forschungsabteilung liegt in der Mitarbeit bei der Erstellung medizinischer Leitlinien (sog. ärztliche Handlungsanweisungen). Gefördert durch die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung arbeiten wir in enger Kooperation mit den Evang. Kliniken Essen-Mitte (Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Prof. Dobos) daran, Verfahren der Naturheilkunde und Komplementärmedizin in nationalen Versorgungsleitlinien bzw. Leitlinien allgemein zu verankern.
 

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Klinische Studien

Die Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg nimmt regelmäßig als Prüfzentrum an nationalen und internationalen klinischen Studien teil. In klinischen Studien wird geprüft, ob neue Verfahren oder Medikamente zur Vorbeugung, Diagnostik oder Behandlung einer Erkrankung verträglich, sicher und wirksam sind. Klinische Prüfungen wie sie z.B. bei neuen Medikamenten, Untersuchungs- oder Therapieverfahren zum Einsatz kommen, unterliegen strengen Rechts- und Sicherheitsbestimmungen. Für Sie als Teilnehmer einer klinischen Studie bedeutet dies, dass Sie von unserem Studienteam intensiv betreut und überwacht werden – Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Alle Untersuchungen und Behandlungen im Rahmen einer klinischen Studie sind für Sie und Ihre Krankenkasse kostenfrei, teilweise erhalten Sie für Ihre Teilnahme eine Aufwandsentschädigung.

Falls Sie Interesse haben, an einer klinischen Studie teilzunehmen, wenden Sie sich bitte an unsere Studienambulanz unter der Telefonnummer 0951 503-11650 oder senden Sie eine E-Mail an FIGN@sozialstiftung-bamberg.de. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Nachricht!
 

Zur Zeit rekrutieren wir Teilnehmer für folgende Studien:

Zuletzt abgeschlossene Studien

Eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Dosisfindungsstudie der Phase IIa über die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer 6-wöchigen Behandlung mit ZED1227 Kapseln im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit gut kontrollierter Zöliakie, die zu einer Gluten-Belastung bereit sind

Die einzig vorhandene Behandlung der Zöliakie besteht bisher in der strengen Einhaltung einer glutenfreien Diät. Das Ziel der Studie ist die Untersuchung einer möglichen medikamentösen Behandlung der Zöliakie zur Unterstützung der glutenfreien Diät. ZED1227 ist ein neuentwickelter TG2 (Transglutaminase 2)-Hemmer. TG 2 ist in der Dünndarmschleimhaut zu finden und ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der Zöliakie. TG 2 spielt eine Rolle bei der T-Zell-Aktivierung (T-Zellen gehören zm Abwehrsystem des Körpers und ihre Aktivierung löst Entzündungsprozesse im Körper aus) und somit bei der Entzündung und Zerstörung der Schleimhaut. Die Studie soll helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob ZED1227 durch die Hemmung der TG2 Aktivität der Aktivierung der T-Zellen vorbeugen und somit durch den Verzehr von Gluten verursachte Schäden in der Darmschleimhaut vermindern oder verhindern kann.
Die Studie wurde in mehreren europäischen Ländern durchgeführt.

Die Rekrutierung von Studienteilnehmern ist beendet, die Studie befindet sich in der Phase der Datenauswertung.
 

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Unsere Forschungsprojekte

In diesem Projekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert wird, soll untersucht werden, inwiefern die Naturheilkunde mit den Therapiesäulen der klassischen Naturheilkunde in Kombination mit den erweiterten Naturheilverfahren substantiell zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Post Covid Patienten beitragen kann. Der Forschungszyklus ist in zwei Teilbereiche gegliedert. 

  1. Evaluation einer multimodalen stationären integrativ-naturheilkundlichen Therapie von PatientInnen mit Post-Covid-Syndrom
  2. Evaluation der Wirksamkeit eines multimodalen integrativ-naturheilkundlichen Tagesklinikprogramms mit Schwerpunkt Mind-Body-Medizin und milder wassergefilterter Infrarot-A-Ganzkörperhyperthermie zur Verbesserung von Symptomen und Lebensqualität bei PatientInnen mit Post-Covid-Syndrom

Weitere Informationen folgen in Kürze. 

Ansprechpartnerinnen: Dr. Sarah Schmid, Antje Fröhlich
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de
 

Hier gelangen Sie zum Download des Informationsblatt mit allen relevanten Informationen.

Ein Kooperationsprojekt mit Prof. Thomas Keil und Prof. Peter Heuschmann, Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Im Rahmen dieses Kooperationsprojektes soll in drei Teilprojekten ein ganzheitliches, präventiv-medizinisch ausgerichtetes Versorgungsangebot untersucht werden. Zwei Teilprojekte werden federführend in Würzburg durchgeführt, ein Teilprojekt an der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg.


Teilprojekt 1:
Beurteilung der Machbarkeit einer randomisiert kontrollierten Studie zur Wirksamkeit von Lebensstil-Interventionen bei Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn (Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde, Bamberg)

Teilprojekt 2:
Beurteilung der Wirksamkeit von ganzheitlichen Lebensstilinterventionen und anderen integrativ-medizinischen Verfahren bei Patienten mit Reizdarmsyndrom (Irritable Bowel Syndrome) im Rahmen eines Systematischen Reviews (Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg)

Teilprojekt 3:
Untersuchung der indikations- und fachgebietsspezifischen Häufigkeiten unterschiedlicher Anwendungen integrativ-medizinischer Verfahren und ganzheitlicher Lebensstilinterventionen mittels eines Surveys in bayerischen Kliniken (Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg)

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webseite der Uni Würzburg.
 

In der geplanten Machbarkeitsstudie soll anhand einer prospektiven randomisiert kontrollierten Studie untersucht werden, inwieweit sich ein multimodales Stressreduktions- und Lebensstilmodifikationsprogramm bei Patienten mit Morbus Crohn im Rahmen einer klinischen Studie abbilden lässt. Zu diesem Zweck sollen 40 Patienten mit Morbus Crohn in eine klinische Studie eingeschlossen werden. Die Interventionsgruppe nimmt über 10 Wochen an einem teilstationären multimodalen Stressreduktions- und Lebensstilmodifikationsprogramm teil, während die Kontrollgruppe nur eine Edukationseinheit sowie schriftliche Informationen zu Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten erhält. Die Machbarkeit der Studie soll anhand des Rekrutierungserfolgs, der Compliance mit den studienbezogenen Messungen und Untersuchungen sowie der Anzahl auswertbarer Patienten bestimmt werden, die Machbarkeit der Intervention wird anhand der Akzeptanz und Verträglichkeit des Programms sowie der Compliance und Zufriedenheit mit dem Programm beurteilt.

Sekundäre Fragestellungen umfassen die Untersuchung zum Einfluss des Programms auf Lebensqualität, Stress, psychisches Wohlbefinden und objektive erkrankungsspezifische Parameter.
Innovativ an dieser Intervention ist die Komplexität des Programms, das alle Bestandteile einer gesunden Lebensführung integriert, und einen starken Fokus auf Eigenverantwortung und Selbstfürsorge legt. Bisherige Therapieansätze in der Routineversorgung dieser Patienten sind in der Regel eindimensionaler auf einzelne kurative Verfahren begrenzt und weniger auf ganzheitliche Aspekte inkl. Vermittlung einer gesundheitsförderlichen Lebensweise, die auch auf die Prävention von Langzeitkomplikationen der chronisch entzündlichen Darmkrankheiten ausgerichtet ist. Der Nachweis der Machbarkeit und erste Hinweise auf die spezifische Wirksamkeit auf Lebensqualität, Stress und physiologische Parameter bei Patienten mit Morbus Crohn würde helfen, effiziente Therapiestrategien in der Versorgung dieser Patientengruppe zu etablieren und dem Wunsch eines Großteils der Patienten nachkommen, komplementäre Therapiemethoden in die Behandlung zu integrieren.

Ansprechpartner: Nina Bauer
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de

Im Rahmen dieses an den Kliniken Essen-Mitte durchgeführten Projektes ging es darum zu untersuchen, inwieweit ein mutlimodales Stressreduktions- und Lebensstilmodifikationsprogramm bei Patienten mit Colitis ulcerosa die Lebensqualität fördern sowie Stress, psychische Symptome und physiologische Parameter positiv beeinflussen kann. In diese randomisiert kontrollierte Studie wurden insgesamt 92 Probanden eingeschlossen, in die Interventions- und Kontrollgruppe jeweils 46 Personen. Die Interventionsgruppe nahm über 10 Wochen an einem multimodalen Stressreduktions- und Lebensstilmodifikationsprogramm teil, die Kontrollgruppe erhielt eine Edukationseinheit sowie schriftliche Informationen zu Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten.
Zu unterschiedlichen Zeitpunkten fanden Messungen der Lebensqualität und Krankheitsaktivität (anhand standardisierter Fragebögen) sowie Erhebungen von Entzündungs- und Stuhlparametern und der endoskopischen Entzündungsaktivität statt.  

Link zu clinicaltrials.gov (NCT02721823)

Zusätzlich zu den beschriebenen Messungen wurden mit 20 Probanden der Interventionsgruppe am Ende der zehnwöchigen Interventionsphase leitfadengestützte Einzelinterviews durchgeführt.Vorrangig ging es um eine detaillierte Betrachtung des Einflusses der Krankheit auf den Alltag der Patienten und die Auswirkungen der Intervention. Die Evaluation von unterstützenden Faktoren und Hindernissen in der Umsetzung der erlernten Inhalte und Techniken des Programms war hierbei ein wesentliches Forschungsinteresse. Inwieweit hat die Teilnahme am Programm die Krankheitsakzeptanz und die Bewältigung der Erkrankung beeinflusst? Wie wurde das Trainingsprogramm im einzelnen wahrgenommen und bewertet? An welchen Stellen besteht ggf. Optimierungsbedarf? Welche Aspekte sollten bei zukünftigen multimodalen Konzepten Berücksichtigung finden?  

Die Ergebnisse der qualitativen Analyse wurden in einer wissenschaftlichen Publikation niedergeschrieben und im Dezember 2021 zur Veröffentlichung in einem international renommierten Journal (BMC Complementary Medicine and Therapies) angenommen. Das Paper komplementiert zwei weitere Artikel, die bereits im Rahmen dieses Projekts publiziert wurden. 

Ansprechpartner: Christoph Schlee, Christine Uecker
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de

Frühere Befragungen haben ergeben, dass komplementäre Therapien bei Patienten mit gastroenterologischen Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen, allerdings sind die vorliegenden Nutzungsdaten weder aktuell noch hinreichend detailliert. Dies betrifft insbesondere therapeutische Anwendungen, die in den letzten Jahren vermehrt erforscht werden, wie z.B. Cannabis und auf Cannabis basierende Produkte. Ziel dieser Querschnittsbefragung war, aktuelle Zahlen zur Nutzung von Komplementärmedizin und Cannabis bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Deutschland zu erheben und insbesondere die Nutzung von Cannabis-Produkten im Detail zu verstehen. Zu diesem Zweck wurde eine schriftliche Befragung unter Mitgliedern der DCCV (Deutsche Crohn/Colitis-Vereinigung) durchgeführt – insgesamt 1000 Betroffene, stratifiziert nach Alter, Geschlecht und Diagnose - wurden angeschrieben, rund 40% nahmen an der Befragung teil. Die Ergebnisse zur Cannabisnutzung wurden 2021 in der Zeitschrift für Gastroenterologie publiziert, das Paper zur Nutzung von komplementärmedizinischen Verfahren bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen befindet sich derzeit im Reviewprozess.

Publikation: 

Neufeld, T., Pfuhlmann, K., Stock-Schröer, B., Kairey, L., Bauer, N., Häuser, W., & Langhorst, J. (2021). Cannabis use of patients with inflammatory bowel disease in Germany: a cross-sectional survey. Zeitschrift für Gastroenterologie.

Ansprechpartner: Nina Bauer
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de

 

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist durch weit verbreitete muskuloskelettale Schmerzen sowie verschiedene begleitende vegetative und funktionelle Symptome gekennzeichnet. Dazu gehören u.a. Fatigue, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Migräne, kalte Extremitäten, trockener Mund, übermäßiges Schwitzen, Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Magen- und Darmbeschwerden, Globusgefühl oder funktionelle Atembeschwerden. 
Ein gesunder Organismus reagiert auf krankmachende Reize mit abgestuften Temperaturerhöhungen; in akuten Fällen bis zu hohem Fieber, das u.a. eine außergewöhnliche Immunantwort einleitet. Bei der Aktivierung des Immunsystems spielt die Körpertemperatur eine zentrale Rolle.
Ähnlich dem natürlichen Fieber kann eine künstliche Erhöhung der Körpertemperatur durch Ganzkörperhyperthermie die blockierten Selbstheilungskräfte nachhaltig anregen - eine Behandlungsmethode der Medizin, die schon seit dem Altertum bekannt ist. Die milde und moderate Ganzkörperhyperthermie kann ähnlich dem natürlichen Fieber die Durchblutung verstärken, den Stoffwechsel intensivieren, Regulationsstarren durchbrechen und Fehlregulationen des Immunsystems entgegenwirken. Durch die Anregung von Selbstheilungskräften des Organismus öffnet sich ein weites Behandlungsfeld von der Vorbeugung über chronische Erkrankungen bis hin zur begleitenden Anwendung bei Krebserkrankungen. Inbesondere bei Fibromyalgie soll eine Reduktion der Schmerzen und eine hiermit einhergehende Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden. Häufig wird die Ganzkörperhyperthermie mit anderen Therapien kombiniert, die dadurch in ihrer Wirkung verstärkt werden. Bei der milden Ganzkörperhyperthermie werden Erhöhungen der Körperkerntemperatur bis höchstens 38,5°C angestrebt, bei der moderaten Ganzkörperhyperthermie liegen die Zieltemperaturen im eigentlichen „Fieberbereich“ zwischen 38,5 - 40,5°C. 
Im Rahmen dieser Studie wird die Wirksamkeit einer wassergefilterten Ganzkörperhyperthermie während eines ambulanten Settings bei Patienten mit Fibromyalgie überprüft.
Die Studiendauer umfasst einen Behandlungszeitraum von ca. 3 Wochen mit je zwei Behandlungseinheiten pro Woche und einen Passivzeitraum (Nachmessung) von 24 Wochen nach dem ambulanten Setting. Es werden insgesamt ca. 30 Teilnehmer im Alter von 18 bis 70 Jahren gesucht, welche nach Einschluss in die Studie in zwei gleichgroße Gruppen aufgeteilt werden. Alle Teilnehmer erhalten die gleiche Anzahl an wassergefilterter Ganzkörperhyperthermie innerhalb des ambulanten Settings. Alle Auffälligkeiten werden von den zuständigen Therapeuten, Ärzten und Pflegern dokumentiert. Auch Veränderungen hinsichtlich Schmerzen und Funktionseinschränkungen sowie die Einnahme von Bedarfsmedikation werden festgehalten. Vor Beginn und nach Abschluss der Studie werden Blutparameter erhoben. Um sekundär die Wirksamkeit zu überprüfen, werden die Teilnehmer gebeten, zusätzlich verschiedene Fragebögen zu beantworten. Dies geschieht nach Woche 12 und nach Woche 24 mittels telefonischer Abfrage.


Ansprechpartnerin: Antje Fröhlich
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de

Weltweit leiden etwa 40% der Menschen an chronischen gastrointestinalen Beschwerden. Davon lässt sich nur ein geringer Teil klaren Erkrankungsformen zuordnen: 0,4 - 0,8% chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), 0,8 - 1,4% Zöliakie, 0,1 - 6,0% Nahrungsmittelallergien, 8 - 15% Reizdarmsyndrom (RDS). Bei Zöliakie und Nahrungsmittelallergien sind Nahrungsmittel eindeutig als Auslöser der Erkrankung identifiziert. Obwohl bei CED und RDS eine Vielzahl an Studien und Patientenberichten bestimmte Nahrungsmittel als starke Einflussfaktoren auf Symptome und teilweise den Entzündungsstatus werten, konnte bisher kein klarer mechanistischer Zusammenhang zwischen Ernährung und der Krankheitsentwicklung festgestellt werden. 

Eine mögliche Erklärung könnte eine zugrundeliegende Störung der Darmbarriere sein, welche als wichtiger Treiber in der Entstehung und Manifestation von CED, RDS, aber auch Zöliakie und Nahrungsmittelallergien im wissenschaftlichen Fokus steht. Unsere Darmbarriere ist eine Einzellschicht-dicke Zellwand, welche uns wie eine Mauer von den im Darminneren lebenden Mikroben, dem Nahrungsbrei und den Verdauungssäften abschirmt. Eine Störung dieser Darmbarriere kann zur Durchlässigkeit und damit zum Einstrom von Bestandteilen führen, welche eine Immunreaktion auslösen oder weiter verstärken können. Als Auslöser einer Darmbarrierestörung wird ein Wechselspiel aus mikrobiellen aber auch Nahrungsmittelbestandteilen, sowie individueller Genetik und Reaktion des Immunsystems diskutiert.

Primäres Ziel unserer aktuell laufenden Beobachtungsstudie ist zu evaluieren, ob bei Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, oder Reizdarmsyndrom eine bestehende oder Nahrungsmittel-ausgelöste Darmbarrierestörung vorliegt und ob diese die Ausprägung der Erkrankung, Entzündung und Symptome beeinflusst und therapeutisch adressiert werden kann. Die in unserer Klinik seit 2019 eingesetzte moderne konfokale Laserendomikroskopie (Cellvizio) ermöglicht uns dabei während der routinemäßig stationär oder ambulant durchgeführten Gastroskopie lokal die Darmbarrierefunktion auf zellulärer Ebene (1000x Vergrößerung) visuell in Echtzeit vor und nach lokaler Applikation ausgewählter Nahrungsmittel zu untersuchen. Abhängig von der individuellen Reaktion können so den Patienten gezielte therapeutische Empfehlungen zur Stabilisierung der Darmbarriere gegeben werden.

Sekundäres Ziel der Studie ist zu überprüfen, ob die erhobenen labordiagnostischen Biomarker als mögliche ambulant nutzbare prognostische Marker zur Beurteilung der Darmbarrieredurchlässigkeit, sowie von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schleimhautentzündung genutzt werden können.

Das kollektive Ziel der Studie ist, durch die kombinierte Auswertung der erhobenen endoskopischen und histologischen Befunde, labordiagnostischen Marker und Patientenfragebögen den funktionellen Einfluss und Zusammenhang einer vorliegenden oder Nahrungsmittel-ausgelösten Darmbarrierestörung auf das Entzündungsgeschehen, die Symptomatik und das Befinden der Patienten zu prüfen und die gewonnenen Erkenntnisse für diese im Rahmen der Studie diagnostisch und therapeutisch nutzbar zu machen.

Ansprechpartnerin: Miriam Bittel
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de
 

Ein wichtiges Ziel der Arbeit der neu aufgebauten Forschungsabteilung war es von Beginn an, die stationäre Versorgung in der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde wissenschaftlich zu begleiten. Hierfür wurde im Rahmen der Versorgungsforschung ein umfangreiches Forschungsvorhaben konzipiert, das im November 2020 von der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer in München eine zustimmende Bewertung erhielt und zum Beginn des Jahres 2021 startete. 

Im Rahmen einer Verlaufsbeobachtung soll analysiert werden, inwieweit ein zweiwöchiger Aufenthalt in der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde zu einer Verbesserung von Symptomen, Beschwerden, Beeinträchtigungen, Lebensqualität, Ängstlichkeit/Depressivität und Wohlbefinden bei chronisch-erkrankten Patienten führt. Darüber hinaus sollen Prädiktoren für eine erfolgreiche stationäre Therapie und die Weiterführung der Maßnahmen im häuslichen Setting untersucht werden. Zum größten Teil gehören die Patienten, die in der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde behandelt werden, einer der folgenden Indikationsgruppen an: Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Patienten mit Reizdarmsyndrom, Patienten mit Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises, Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom und Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen. Als neue Indikationsgruppe kamen im Laufe des Jahres 2021 Patienten hinzu, die unter einem Long-Covid-Syndrom leiden.

Alle stationären Patienten, die an der Verlaufsbeobachtung teilnehmen, werden zu drei Zeitpunkten unter Anwendung von standardisierten Messinstrumenten befragt: zu Beginn und Ende des stationären Aufenthaltes sowie 6 Monate nach Entlassung. Neben der Erfassung der Krankheitsaktivität, der gesundheitsbezogenen und generellen Lebensqualität, der Ausprägung von Ängstlichkeit/Depression sowie des Stressempfindens stehen die Erfahrungen im Zentrum der Betrachtung, welche die Teilnehmer vor Aufnahme in die Klinik mit der Anwendung komplementärmedizinischer und naturheilkundlicher Verfahren gemacht haben und welche Erwartungen sie an die Behandlung haben. Zum Entlassungszeitpunkt geht es u.a. darum, wie sie die stationäre Therapie insgesamt bewerten, von welchen Therapiemodulen sie im Rahmen des Aufenthaltes ihrer Ansicht nach besonders profitiert haben und welche Verfahren sie zukünftig ambulant weiterführen möchten. Nach etwa 6 Monaten erfolgt dann ein weiterer Kontakt und neben der aktuellen gesundheitlichen Situation und Veränderungen hinsichtlich der wahrgenommenen Lebensqualität soll vor allem erfragt werden, ob es gelungen ist, die erlernten Methoden selbständig im Alltag weiterzuführen. 

Neben den genannten subjektiven Zielgrößen werden auch klinische Parameter, die im Rahmen der Routineversorgung erhoben werden, miterfasst und analysiert. So können spezifische Laborparameter (Blut- oder bei gastroenterologischen Patienten auch Stuhlparameter) Aufschluss über den Verlauf der Erkrankung (beispielsweise die Entzündungsaktivität) geben. 

Im Mai 2021 konnte nach langer Vorbereitung und erfolgreichen Verhandlungen mit den Krankenkassen auch das teilstationäre Angebot der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde beginnen. Dieses Angebot richtet sich an gastroenterologische Patienten, Patienten mit Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises und onkologische Patienten. Die Patienten kommen an einem festen Wochentag für 6 Stunden über einen Zeitraum von 10 bzw. 11 Wochen (onkologische Patienten) in die Tagesklinik und  nehmen an einem multimodalen Stressreduktions- und Lebensstilmodifikationsprogramm teil. Krankheitsübergreifend verfolgt die teilstationäre Versorgung folgende Behandlungsziele: eine Verbesserung der Lebensqualität, eine Linderung der akuten und chronischen Krankheitssymptome und Nebenwirkungen medikamentöser Therapien und eine Verbesserung der körperlichen, mentalen und psychischen Stabilität einhergehend mit einem konstruktiven Umgang mit Stress und psychischer Belastung. Für jede der genannten Indikationsgruppen wurden spezifische Therapiekonzepte entwickelt, denen ebenfalls ein multimodaler Ansatz zugrunde liegt. 

Auch das teilstationäre Angebot der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde wird von der Forschungsabteilung wissenschaftlich begleitet. Analog zur stationären Evaluation erfolgen die Erhebungen zu Beginn der Behandlung in der Tagesklinik, am Ende des mehrwöchigen Therapieprogramms und 6 Monate nach dem Ende der Tagesklinikbehandlung. 

Für die Auswertung der Befragungsdaten der teilstationären Evaluation konnte eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg abgeschlossen werden. 

Die Evaluation der stationären und teilstationären Versorgung der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dieses in Bayern einmalige Versorgungsangebot dauerhaft zu etablieren, auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse systematisch weiterzuentwickeln und somit das Versorgungsangebot für chronisch kranke Patienten in der Region Oberfranken auf hohem Niveau zu stärken. 

Ansprechpartnerin: Christine Uecker
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de
 

Seit 2011 arbeitet die Task Force um Univ.-Prof. Dr. med. Jost Langhorst gefördert durch die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung daran, die Inhalte von Naturheilkunde, Phytotherapie und Komplementärmedizin in medizinische Leitlinien einzubringen. Zu den Aufgaben der Task Force gehört die systematische Aufarbeitung wissenschaftlicher Literatur, die Bewertung der Evidenz und die Identifikation von Evidenzlücken, welche wiederum Anstöße für neue Forschungsprojekte geben. In den letzten Jahren arbeitete die Task Force an etlichen wichtigen nationalen Versorgungsleitlinien mit (z.b. Asthma bronchiale, KHK, arterieller Hypertonus, unipolare Depression) und konnte somit direkt und indirekt zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen. Darüber hinaus erfolgte eine Mitarbeit an diversen S3-Leitlinien (komplementäre Verfahren bei onkologischen Patienten, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Divertikulose/Divertikulitis, Obstipation u.a.).

Ansprechpartner: Antje Fröhlich, Miriam Bittel, Dr. Katrin Pfuhlmann
Tel.: 0951 503-11650
fign@sozialstiftung-bamberg.de

Forschungsprojekt: Naturheilkunde und Komplementärmedizin im Leitlinienprozess

Aktuelle Forschungsprojekte unserer Kooperationspartner

Forscher der Klinik für Neurologie der Universitätsklinikum Essen suchen Teilnehmer/innen für eine kurze Online-Umfrage zum Thema „Placebo“ (Mindestalter 18 Jahre). Die Teilnahme an der Online-Umfrage dauert 15-20 Minuten. Alle Teilnehmer/innen erhalten als Aufwandsentschädigung einen Amazon-Gutschein im Wert von 5 Euro. Ihre Teilnahme an der Umfrage erfolgt anonymisiert. Ebenso ist keine Rückverfolgung Ihrer IP-Adresse möglich.

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Unser Forschungsteam

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Sekretariat Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde

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96049 Bamberg

 

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