Klinik für Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin und Phlebologie

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Den Füßen bei Diabetes besondere Beachtung schenken

Beim „Diabetischen Fuß“ handelt es sich um typische Fußverletzungen und -schäden bei Patienten mit einer Diabeteserkrankung. Bei einer unzureichenden Versorgung treten Folgeschäden auf, die bis zur Amputation des gesamten Beines führen können. Über 2/3 aller in Deutschland durchgeführten Amputationen werden bei Diabetikern durchgeführt. 20 Prozent aller an Diabetes mellitus Erkrankten entwickeln früher oder später ein diabetisches Fußsyndrom.

Patient im Krankenbett

An der Entwicklung dieses Syndroms sind folgende Prozesse beteiligt:

Sensorische Neuropathie

Durch den erhöhten Blutzucker kommt es auch am Fuß zur Schädigung von sensiblen Nerven. Die Betroffenen haben „taube Fußsohlen“ und Füße; manche spüren ein Kribbeln oder spontane Schmerzen ohne Auslöser. Tatsächliche Schmerz- oder Temperaturreize werden vermindert oder gar nicht mehr wahrgenommen. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko, zudem werden Verletzungen erst spät oder auch gar nicht bemerkt.

Motorische Neuropathie

Bei einem Diabetes werden auch die motorischen Nerven geschädigt. In der Folge kommt es zu einer Deformierung der kleinen Fußmuskeln, die eine Verformung des gesamten Fußes nach sich ziehen kann. Es bilden sich Hammerzehen aus, ein natürlicher Abrollvorgang beim Gehen ist nicht mehr möglich. Der gesamte Fuß wird überstreckt, die Haut der Fußsohle falsch belastet. An stark belasteten Stellen reagiert sie mit verstärkter Hornhautbildung und Hyperkeratosen, worunter dann Druckgeschwüre (Malum perforans) entstehen.

Arterielle Durchblutungsstörung

Ein Viertel aller diabetischen Fußsyndrome sind auf eine arterielle Durchblutungsstörung zurückzuführen. Ein Diabetiker hat im Vergleich zum Gesunden ein sechsfach erhöhtes Risiko, an einem Gefäßverschluss zu erkranken. Durch Verengungen und Verschlüsse der kleinsten, kleinen und größeren Arterien (Mikro- und Makroangiopathie) kommt es zur Verminderung oder Unterbrechung der Blutversorgung (periphere arterielle Verschlusskrankheit).

Typisch ist ein Ruheschmerz beim Liegen, der sich durch Heraushängen der Füße aus dem Bett bessert. Die Betroffenen haben kalte Füße, aber ein normales Schmerz- und Temperaturempfinden. Die Haut ist dünn, blass oder bläulich und bildet schmerzhafte Druckstellen. Gerade an den Zehen bilden sich Verletzungen (Läsionen) und Geschwüre (Ulcera). Die Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms wird zu 30 Prozent durch ein Zusammenwirken von Neuro- und Angiopathie bewirkt.

Folgende Anzeichen können auf einen Diabetischen Fuß hinweisen:

  • trockene Haut mit verringertem Temperatur- und Kälteempfinden
  • gehen wie auf Watte, Kribbeln („Ameisenlaufen“)
  • "taube“ Fußsohlen und Füße
  • tatsächliche Schmerzreize werden vermindert oder gar nicht mehr wahrgenommen
  • Krallenbildung an den Zehen, Hornhautschwielen
  • brennende und stechende Schmerzen, auch nachts
  • offene Stellen ohne Verletzung

Am Anfang steht eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Dazu gehört die Frage, seit wann der Diabetes besteht und ob es frühere Operationen oder gar Amputationen gab. Genauso wichtig ist die Abklärung weiterer Erkrankungen, vor allem des Herz-Kreislaufsystems. Zudem besprechen wir die Themen Bewegungsmangel, Ernährungsgewohnheiten oder Genussmittel (Nikotin, Alkohol).

Eine Blutuntersuchung gibt uns Aufschluss über Stoffwechselsituation, Entzündungszeichen und Risikofaktoren (beispielsweise erhöhte Blutfette). Bei der Untersuchung des Fußes verwenden wir folgende Techniken:

  • Ultraschall-Untersuchung mittels farbkodierter Duplex-Sonographie oder Angiographie
  • Neurologische Untersuchung der Nerven und gefäßchirurgische Untersuchung
  • Röntgenaufnahme, gegebenenfalls MRT

Bei der Behandlung des diabetischen Fußes legen wir großen Wert auf ein interdisziplinäres Zusammenwirken aller an der Versorgung Beteiligten: Gefäßchirurgen, Radiologen, Diabetologen, Orthopäden, plastische Chirurgen, Wundtherapeuten, Orthopädie-Schuhmacher, Fußpfleger und Schmerztherapeuten.

Die Hauptgefahr besteht in fortschreitenden Infektionen mit einer daraus resultierenden Blutvergiftung (Sepsis). Die Folge ist meist eine Vereiterung des Fußes und letztlich die Amputation. Deshalb haben wir ganz klare Therapie-Ziele: Infektionskontrolle, Geschwürabheilung, Wiederherstellung der Mobilität und Vermeidung von Amputationen. Eine große Rolle spielen dabei vorbeugende Maßnahmen ­– sie stehen beim diabetischen Fußsyndrom an erster Stelle:

  • regelmäßige professionelle Fußpflege
  • vorbeugende Schuhversorgung mit speziellen Diabetikerschuhen
  • optimale Einstellung der Blutzuckerwerte
  • medikamentöse Behandlung der Begleiterkrankungen
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Schulungen
  • Infektsanierung und Wundbehandlung

Bei bestehenden Verletzungen oder Geschwüren ist eine lokale Wundbehandlung mit feuchten Wundverbänden und eine Antibiotikatherapie erforderlich. Bei Vereiterungen oder tiefgehenden Entzündungen muss das erkrankte Gewebe chirurgisch entfernt werden. In manchen Fällen sind dazu auch Zehen- oder Vorfußamputationen notwendig.

Bei Verletzungen, die hauptsächlich durch Nervenschäden hervorgerufen werden, steht neben der lokalen Wundbehandlung die konsequente Entlastung im Vordergrund. Diese wird durch Teilentlastungsschuhe, Schuhzurichtungen oder einen Vollkontaktgips erreicht.

Bei bestehenden Gefäßverschlüssen ist das oberste Ziel die Wiederherstellung des Blutflusses bis zum Fuß. Wir nutzen hierzu das radiologische Ballonkatheterverfahren. Wenn dies nicht möglich ist, ist in der Regel eine Operation zur Anlage eines Bypasses erforderlich.

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