Langer Nachmittag der Medizin
und Pflege in
Langer Nachmittag der Medizin
und Pflege: Feiern Sie mit!

Adipositaszentrum: Operative Therapie

zurück

Operative Therapie

Bei leichtem Übergewicht sind konservative Maßnahmen wie Diät und Sport hilfreich. Es gibt jedoch eine Gruppe von Patienten, der trotz ernsthafter und wiederholter Versuche unter diätetischer, ärztlicher und psychologischer Betreuung nicht gelingt, eine ausreichende Reduktion ihres Gewichtes zu erzielen. Das sind besonders die Patienten, die unter schwerer Adipositas, Grad 2 und 3 (engl. morbid obesity) leiden. Entweder ist der Effekt kurz oder nicht ausreichend.

Neben den allgemeinen Maßnahmen wie Bewegungstraining, Schulungsmaßnahmen zur bewussten Ernährung und Reduzierung vermeidbarer Kalorien treten dann operative Maßnahmen zunehmend in den Vordergrund. Nach den Empfehlungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sollten bei einem BMI von >30 solche Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Unter Adipositaschirurgie versteht man chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung des krankhaften Übergewichts (Adipositas).
 

Operationsarten

Die diversen Operationsverfahren der bariatrischen bzw. metabolischen Chirurgie haben verschiedene Wirkmechanismen, die den gewünschten Gewichtsverlust ermöglichen. Heute werden diese Operationen fast ausschließlich „minimalinvasiv“ bzw. in „Schlüsselloch-Technik“ vorgenommen. Für die Durchführung der Operationen ist also regelhaft kein größerer Bauchschnitt erforderlich. Es werden stattdessen 4-5 Einschnitte von ca. 1 cm Länge im Bereich des Oberbauches vorgenommen. Über diese Zugänge wird die Operation dann Kamera-unterstützt durchgeführt. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist in der deutlich reduzierten Komplikationsrate und sehr kurzen Krankenhausverweildauer, mit sehr rascher Erholung der Patient*innen zu sehen.
Insgesamt ist die bariatrische und metabolische Chirurgie für die Patient*innen sehr sicher. Die Komplikationsrate und Operationssterblichkeit ist im Vergleich zu analogen Operationen, die aufgrund anderer Erkrankungen und Gesundheitsstörungen durchgeführt werden müssen, sehr gering. Diese Tatsache und der Umstand, dass aktuell keine andere Behandlungsform einen anhaltenden Gewichtsverlust von mindestens 50-60 % des Körpergewichts erreichen und die Lebenserwartung bzw. die Lebensqualität der Patientin in einem vergleichbaren Ausmaß wiederherstellen kann, rechtfertigt die Durchführung dieser Operation.
Allen Verfahren ist gemeinsam, dass durch die chirurgische Manipulationen am Magen und/oder Dünndarm, Veränderungen bei der Stoffwechselsteuerung bewirkt werden. Diese Veränderung betreffen insbesondere die den Stoffwechsel steuernden Darmhormone und das autonome Nervensystem. Bei den sogenannten Diversionsoperationen (s.u.: BPD, BPD-DS, SADI-S, SASI) kommt noch die Einschränkung der Verdauungsleistung mit entsprechendem Verlust an Nahrungskalorien hinzu. Subjektiv profitieren die Patient*innen von einem deutlich verbesserten Sättigungsempfinden und reduzierten Hungergefühl.
Aus den genannten Wirkungsmechanismen der operativen Verfahren der Gewichtsreduktion ergibt sich, dass zur Vermeidung von ungewünschten Wirkungen und Mangelzuständen, die Ernährungsvorgaben, insbesondere auch im Hinblick auf Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, von dem Patient*innen zuverlässig eingehalten werden müssen.
Die Festlegung des Operationsverfahrens ist stets von individuellen Kriterien und Voraussetzungen abhängig. Hierbei spielen z.B. Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen, Medikamente, Voroperationen, und letztlich auch das Ausgangsgewicht eine wesentliche Rolle. Die abschließende Festlegung erfolgt dann stets auf der Grundlage der medizinischen Befunde und in Absprache mit den individuellen Patient*innen. Dies trifft auch auf Folge- und Umwandlungs- bzw. Korrekturoperation zu. Letztere entsprechen häufig nicht den sogenannten Standardoperationen, sondern folgen in Art und Ausmaß den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Patient*innen. Teilweise ist hierbei auch das Einbringen von Fremdmaterial wie z.B. eines „Rings“ erforderlich. Auch hierbei ist eine persönliche Abstimmung zwischen Patient*in und Operateur*in unerlässlich.

Die Sektion Bariatrische und Metabolische Chirurgie im Adipositaszentrum Bamberg bietet alle etablierten operativen Verfahren der chirurgischen Adipositas- und auch Diabeteschirurgie an.

Schlauchmagen-Bildung

Das Prinzip der Operation besteht darin, dass durch eine kontrollierte Abtragung das Magens entlang der Längsachse linksseitig, an der großen Magenkrümmung, das Magenvolumen dauerhaft um ca. 80% reduziert wird.
Als mögliche Komplikationen können dabei u.a. Undichtigkeiten an der Magennaht auftreten, weiterhin eine narbige Verengung oder Verdrehung mit Entleerungsstörung oder im Langzeitverlauf eine Aufweitung des verkleinerten Magens, mit konsekutiver Gewichtszunahme. Weiterhin kann nach dem Eingriff Sodbrennen auftreten oder sich verschlechtern.
 

R-Y-MagenByPass

Dieser Operationsart galt lange als sogenannter „Goldstandard“ in der bariatrischen und metabolische Chirurgie. Bekannt seit den 1960er Jahren, hat diese Operationsart verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen und verschiedene Abwandlungen erfahren. Die aktuelle Technik sieht vor, dass der Mageneingang chirurgisch vom restlichen Magen getrennt wird. Der abgetrennten Mageneingang dient dann als anatomische Grundlage für die Magenbypass-Konstruktion. Der „Restmagen“ und der nachgeschaltete Zwölffingerdarm verbleiben und sind dann aber von der Nahrungspassage ausgenommen. Der Dünndarm wird anschließend an einer definierten Stelle durchtrennt. Ein Ende wird dann wieder mit dem vormals abgetrennten Mageneingang verbunden und so die Durchgängigkeit des Magen-Darm-Traktes wiederhergestellt. Das verbliebene „kurze“ Ende, in Verlängerung des Zwölffingerdarms, wird dann an einer ebenfalls definierten Stelle, erneut mit dem am Mageneingang befestigten Abschnitt bzw. der Nahrungspassage verbunden.
Infolge von Magenbypass Operationen treten bei dem Patienten etwas vermehrt Magen-Darm-Infektionen auf. Auch ein „galliger" Rückfluss (Sodbrennen) ist möglich. Besonders die Nahtverbindung zwischen Magen und angeschlossenem Dünndarm ist empfindlich und kann sich entzünden. Aus diesem Grund müssen von den Patienten Nikotin und bestimmte, entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, ASS etc.) strikt gemieden werden. Bei Frauen ist die sichere Wirksamkeit der „Pille" aufgehoben, was bei der Familienplanung dringend zu berücksichtigen ist. Die Naht-Verbindungsstellen können sich grundsätzlich narbig verengen oder auch aufweiten, was für die Patienten Probleme mit sich bringen kann. Weiterhin kann nach Bypassoperationen das sogenannte „Dumping“ auftreten. Dabei kann es im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme zu Unwohlsein bis hin zu Bewusstseinsstörungen kommen. Aufgrund der veränderten Anatomie des Verdauungstraktes können auch innere Verschlingungen auftreten, die dann potenziell eine operative Korrektur erfordern.
Technisch bedingt ist bei allen MagenByPassVerfahren der Zugang zum sog. „Restmagen“, dem Zwölffingerdarm und somit zu den äußeren Gallenwegen und der Bauchspeicheldrüse durch Endoskopie bzw. „Spiegelung“ chirurgisch unterbrochen. Dies muss ebenfalls bei der Operationsplanung berücksichtigt werden.
Grundsätzlich können MagenByPassverfahren technisch rückgängig gemacht werden. Dies ist jedoch Häufig mit einer Störung der Magenentleerung und einem Wiederauftreten der Adipositas-Erkrankung verbunden und sollte deshalb nur erfolgen, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft worden sind.

Omega-MagenByPass

Dieser Bypass stellt eine Weiterentwicklung des „Standard-ByPasses“ dar. Analog wird bei dieser Operation ebenfalls der Mageneingang vom restlichen Magen getrennt. Der abgetrennte Mageneingang ist hierbei jedoch länger und schlauchförmig, sodass er an einen Schlauchmagen erinnert. Sein Ende wird dann End-zu-Seit mit einer Dünndarmschlinge von definierter Länge verbunden. Damit ist diese ByPassVariante technisch formal etwas einfacher in der Durchführung, da nur eine Nahtverbindung mit dem Dünndarm geschaffen werden muss. Die Wirkungen und Komplikationen entsprechen im Wesentlichen denen des R-Y-MagenByPasses. Tendenziell bietet diese Operationsvariante, im Vergleich zum Standard-Bypass, etwas mehr Gewichtsverlust und eine reduzierte Auftretenswahrscheinlichkeit des sogenannten „Dumpings“.

Ein-Anastomosen-Diversion mit duodenalem Tausch (SADI-S)

Diese Operation ist eine technische Vereinfachung des BPD DS. Es wird bei modifizierten Schlingenlängen nur eine Nahtverbindung angelegt zwischen dem kurz hinter dem Schließmuskel vom Zwölffingerdarm getrennten Magen. Die Konstruktion erinnert so an einen Omega-Loop-Magenbypass. Die Effekte und Wirkungen des Verfahrens entsprechen dem BPD-DS, ungewünschte Wirkungen sowie Komplikationen sind jedoch deutlich reduziert. Eine Entfernung des Blinddarms ist bei diesem Verfahren nicht mehr Standard. Die Entfernung der Gallenblase ist jedoch weiterhin zwingend erforderlich. Bei den sogenannten „Diversionen“ ist dieses Verfahren aktuell bevorzugt.

Sie möchten einen Termin vereinbaren oder mehr über unser Zentrum erfahren?
Sprechen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Nachricht.

Bild von Terminanfragen und Befundübermittlung (Frau Schlee)

Terminanfragen und Befundübermittlung (Frau Schlee)

Mo - Fr: 9 - 15 Uhr

TEL0951 503-15668

Fax0951 503-12139

Bild von Terminanfragen und Befundübermittlung (Frau Röckelein)

Terminanfragen und Befundübermittlung (Frau Röckelein)

Mo - Fr: 9 - 15 Uhr

TEL0951 503-15668

Fax0951 503-12139

Bild von medizinische Fachfragen für Patienten und Ärzte

medizinische Fachfragen für Patienten und Ärzte

TEL0951 503-15668

Montag - Freitag 8:00 - 15:00 Uhr
um vorherige Terminvereinbarung wird gebeten