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Palliativ@home (SAPV) - Unterstützung bei unheilbaren Erkrankungen

Die Diagnose einer unheilbaren Erkrankung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein Schock. Umso wichtiger sind individuell angepasste Unterstützungsleistungen. Frau Dr. Eva Nießen, Chefärztin der Klinik für Palliativmedizin, erklärt im Interview, warum die Palliativ@home-Teams der Sozialstiftung Bamberg für die Betroffenen eine so wichtige Stütze sind.

 

In welchen Fällen kommt die SAPV zum Einsatz?

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an schwer und unheilbar erkrankte Menschen, die trotz ihrer Erkrankung im häuslichen Umfeld bleiben möchten. Dabei kann es sich um eine Krebserkrankung handeln, aber auch um andere fortgeschrittene internistische oder neurologische Erkrankungen. Und zwar immer dann, wenn die Heilung der Erkrankung nicht mehr im Vordergrund steht, sondern der Patient mit seinen Bedürfnissen und Beschwerden. Ziel ist es immer Lebensqualität bestmöglich zu erhalten und zu fördern.

Was bietet das SAPV-Team für zusätzliche Leistungen?

Im Team der SAPV arbeiten Spezialisten der Palliativversorgung. Neben einer bestmöglichen medikamentösen Linderung von Beschwerden (z.B: Schmerzen oder Atemnot), palliativpflegerischer Expertise für entlastende nicht-medikamentöse Maßnahmen, sozialrechtlicher Beratung, psychologischer und seelsorgerischer Begleitung, kümmern sich unsere Mitarbeitenden auch um die Koordination und Beratung weiterer an der Versorgung beteiligter Menschen und Dienste. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Patient und sein Recht auf Selbstbestimmung bleibt immer gewahrt.

Der Begriff „Palliativmedizin“ kommt von dem lateinischen Wort „palliare“ (mit dem Mantel umhüllen). Mit diesem Bild ist gemeint, dass palliativ betreute Menschen so umsorgt werden, dass es Ihnen auch in einer schwierigen Situation möglichst gut geht und sie sich in Sicherheit fühlen.

Wie erfolgt die Versorgung durch die SAPV?

Die SAPV betreut Sie mit regelmäßigen Hausbesuchen. In der Regel finden diese ein- bis zweimal wöchentlich statt und werden mit Ihnen ausgemacht. Hierbei wird mit Ihnen geschaut, was Sie aktuell belastet und entsprechend wird eine medikamentöse Behandlung angepasst, pflegerisch entlastende Maßnahmen werden besprochen, Strategien für das weitere Vorgehen und eventuelle Notfallsituationen werden mit Ihnen festgelegt. Die Häufigkeit der Hausbesuche wird dabei an die aktuelle Situation angepasst.

Zusätzlich zu diesen geplanten Hausbesuchen steht Ihnen das SAPV-Team rund um die Uhr (24h/Tag und an 7 Tagen/Woche) telefonisch mit einer Notrufnummer zur Verfügung. Sie erhalten dann sofort telefonische Beratung und wenn nötig findet auch ein Hausbesuch statt.

 

Bietet die SAPV auch Unterstützung für die Angehörigen? In welcher Form?

Unser SAPV-Team steht auf Wunsch auch für die Belange Ihrer Angehörigen zur Verfügung. Wir bieten entlastende oder informative Gespräche, palliativpflegerische Anleitung und Unterstützung bei der Bewältigung herausfordernder Situationen und auch in Krisensituationen. Angehörige sind in der Regel essentiell für eine gelingende Begleitung schwerkranker Menschen im häuslichen Umfeld. Wenn Sie das wünschen werden die Ihnen nahestehenden Menschen daher auch in alle Entscheidungen eingebunden.

Wie kann man Unterstützung durch die SAPV bekommen?

Gesetzlich Versicherte haben bei entsprechender Krankheitssituation Anspruch auf eine palliativmedizinische Versorgung. Die SAPV-Leistung muss ärztlich verordnet werden. Ihr Ansprechpartner hierfür ist Ihr behandelnder Arzt/Ihre Ärztin. In der Regel also Ihr Hausarzt oder Facharzt, im Krankenhaus ist es Ihr Stationsarzt.

Wie kann man im dringlichen Notfall Unterstützung bekommen?

Es empfiehlt sich, eine SAPV-Betreuung frühzeitig mit dem Hausarzt oder Facharzt anzusprechen. Im Notfall ist jedoch bei dringlicher Anmeldung auch eine Aufnahme am selben Tag möglich - vorausgesetzt es liegt eine ärztliche Verordnung vor. Die Anmeldung erfolgt telefonisch in unseren Stützpunkten.

Wenden Sie sich also auch im Notfall zunächst an Ihren behandelnden Arzt.

Wer bezahlt die Kosten für die SAPV Betreuung?

Die SAPV-Betreuung ist eine Krankenkassenleistung. Es kommen keine zusätzlichen Kosten auf Sie zu.

 (Für privat Versicherte empfehlen wir vorab die Kostenübernahme mit Ihrer Kasse zu klären.)

Was ist, wenn eine Palliativversorgung zuhause nicht mehr möglich ist?

Bei aller Unterstützung kann die Versorgung schwerkranker Menschen im häuslichen Umfeld an Grenzen stoßen, wenn beispielsweise eine noch intensivere medizinische Betreuung erforderlich wird. Das SAPV-Team kann dann mit Ihnen überlegen, wie es weiter gehen kann. Eine Möglichkeit, die auch kurzfristig besteht, stellt die Aufnahme auf die Palliativstation dar. Was Sie dafür brauchen ist eine Krankenhauseinweisung, die Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ausstellt.

Wenn die pflegerische Versorgung dauerhaft nicht mehr zuhause erfolgen kann, ist die Aufnahme in ein Pflegeheim oder ein Hospiz zu erwägen. Sprechen Sie in jedem Fall Ihr SAPV-Team an, um sich beraten zu lassen.  

 

 

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