Gynäkologie

zurück

Therapie bei bösartigen Erkrankungen

Unstrittig ist, dass - wie in Studien nachgewiesen – die Behandlung von Krebserkrankungen in onkologischen Zentren Vorteile hat. Einer von mehreren Gründen ist die Gewährleistung einer spezialisierten und leitlinienorientierten Behandlung. Alle Tumorfälle werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt und diskutiert. Das Ergebnis der Konferenz ist ein interdisziplinärer Beschluss, dokumentiert in einem Behandlungsplan. Das Onkologische Zentrum am Klinikum der Sozialstiftung Bamberg ist nach den DKG – Richtlinien zertifiziert. Vorreiter am Klinikum war die Frauenklinik mit dem Brustzentrum, das 2007 zertifiziert wurde. Heute gehört es zum Onkologischen Zentrum . Seit 2013 ist das gynäkologische Zentrum mit den Tumorentitäten Korpus-, Zervix-, Eierstock-/Tuben-/Peritoneal-, Vulva- und Vaginalkarzinom, unter dem Dach des Onkologischen Zentrums  zertifiziert.

Wir behandeln

Mit ca. 6000 Neuerkrankungen pro Jahr steht der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) auf Platz 10 der bösartigen Erkrankungen der Frauen in Deutschland. Vorwiegend jüngere Frauen erkranken an diesem Krebs. In Deutschland sind bei einem mittleren Erkrankungsalter von 50 Jahren mehr als 10 % aller Erkrankten unter 35 Jahre. Eine chronische Infektion mit HPV (human papilloma virus)–Hochrisikoviren, hier vor allem den Subtypen 16 und 18, ist eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses und seiner obligaten Vorstufen, den Präkanzerosen. Geschlechtsverkehr, mangelnde Genitalhygiene, verschiedene Sexualpartner, bakterielle Infektionen, wie z.B. die Chlamydieninfektion und Nikotinabusus sind Risikofaktoren. Hingegen sind Niedrigrisiko-HP–Viren, wie die Subtypen 6 und 11 Auslöser von Kondylomen (gutartige Feigwarzen). Beim Gebämutterhalskrebs (Zervixkarzinom) gibt es im Gegensatz zum Gebärmutterkörperkrebs (Korpuskarzinom) ein effektives Screening zur Früherkennung. Bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung werden Zellveränderungen durch den Zellabstrich, neuerdings gekoppelt mit dem HPV-Test, meist rechtzeitig erkannt. Die mikroskopische Betrachtung der Gebärmutterhalsoberfläche (Kolposkopie) unterstützt den Zellabstrich. In 80 % der Fälle kommt es zur spontanen Rückbildung der Zellveränderungen (Dysplasien) und des Virennachweises. Falls nicht, dann können Dysplasien, nach histologischem Ausschluß einer invasiven Erkrankung, minimal-invasiv durch Elektrokoagulation und Beamer behandelt werden. Klinische Symptome einer Gebärmutterhalserkrankung sind typischerweise Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr und untypischer Flour (Ausfluss). Zum Nachweis bzw. Ausschluss eines echten Krebses am Gebärmutterhals erfolgt eine kegelförmige Gewebsentnahme (Konisation) simultan mit einer Ausschabung (Abrasio). Schmerzen im Beckenbereich und den Nieren sind oft bereits Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung des Gebärmutterhalses. Der Nachweis erfolgt durch die gynäkologische Untersuchung der Scheide mit Entnahme einer Gewebsprobe. Die Therapie des Gebärmutterhalskrebses im Frühstadium - hier gute Heilungsmöglichkeit - ist an unserer Klinik die minimal invasive Operation per Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit Untersuchung des Wächterlymphknotens. Ist dieser tumorfrei, dann kann bei kleinem Tumorstadium und negativem Wächterlymphknoten auf eine weitere Lymphknotenentfernung verzichtet werden. Auch bei fortgeschrittenem Stadium kommt die Laparoskopie zum Einsatz, hier jedoch als Verfahren zur individuellen Therapieplanung mit der Fragestellung, ob eine Operation am offenen Bauch noch möglich ist. Im negativen Fall erfolgt dann als Standardtherapie die Behandlung mit einer Chemotherapie, begleitet von einer kombinierten Bestrahlung. Die Nachsorge erfolgt in gleichen Zeitintervallen wie beim Gebärmutterkörperkrebs. Durch die Möglichkeit der Früherkennung (Screening) kann der Gebärmutterhalskrebs vermieden werden und hat im frühen Stadium beste Heilungschancen.


Quelle:
Petru E, Jonat W, Fink D, Köchli 0. Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, 3. Auflage, 2011, Springer: 71-98

Der Gebärmutterkörperkrebs (Korpuskarzinom) ist in Europa nach dem Brust- und Darmkrebs der dritthäufigste Krebs der Frau. Die Häufigkeit beträgt 25 pro 100.000 Frauen/Jahr. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren. In der Postmenopause werden 75 % der Fälle registriert. Nur 5 % der Frauen erkranken vor dem 40. Lebensjahr. Dreiviertel der Karzinome werden im Stadium I diagnostiziert. Weder die Ultraschalluntersuchung noch der Zellabstrich sind effektive Verfahren zur Früherkennung. Einzig die schmerzlose Blutungsstörung, das Wiederauftreten von Blutungen in der Postmenopause sowie ein veränderter Ausfluss sind Frühsymptome des Gebärmutterkörperkrebses. Übergewicht (Adipositas), Zuckerkrankheit (Diabetes) und hoher Blutdruck (Hypertonus) sind Risikofaktoren. Standard der Diagnostik sind die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und die Ausschabung (Abrasio). Primärtherapie ist immer die Operation, die an unserer Klinik im Stadium I/II laparoskopisch (minimal-invasiv) erfolgt, im fortgeschrittenem Stadium III/IV aber als offener Baucheingriff durchgeführt wird. Wenn die Lymphknoten an den Beckengefäßen und den großen Bauchgefäßen vom Tumor befallen sind, dann gehört es zum Standard der Operation auch diese zu entfernen. Neben der Operation sind zusätzlich Verfahren in der Behandlung des Gebärmutterkörperkrebses die Strahlentherapie, die Chemotherapie und die Hormontherapie. Zur Anwendung kommen diese Verfahren in der Regel im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Mit dem Afterloading, einer Kontaktbestrahlung, reduziert man das Auftreten von Lokalrezidiven ( lokales Wiederauftreten der Erkrankung in der Scheide), ebenso wie die äußere Bestrahlung des Beckens eine Verringerung der Rezidive dort zur Folge hat. Hormon- und Chemotherapie als weitere Säulen in der Karzinomtherapie haben nur in der fortgeschrittenen Situation, wie einer unvollständigen bzw. nicht mehr möglichen Operation, einen Stellenwert. Standard der Nachsorge ist die engmaschige Kontrolluntersuchung der Scheide und des Enddarms. Die Empfehlung ist vierteljährlich in den ersten 2-3 Jahren, da 70 % der Rezidive in diesem Zeitraum auftreten. Die frühzeitige Erkennung des lokalen Wiederauftretens der Erkrankung kann erfolgreich behandelt werden.

Quelle:
Petru E, Jonat W, Fink D, Köchli 0. Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, 3. Auflage, 2011, Springer: 39-55

Der Eierstockskrebs (Ovarialkarzinom) ist der sechsthäufigste maligne Tumor bei Frauen. Pro Jahr erkranken 15 von 100.000 Frauen. Der Altersgipfel liegt um das 60. Lebensjahr. 2-5 % aller Krebse haben einen genetischen Hintergrund mit Mutation der Gene BRCA 1 und BRCA 2. Im Gegensatz zum Gebärmutterhalskrebs existiert beim Eierstockskrebs keine effektive Früherkennung. Auch die klinischen Symptome sind nicht charakteristisch. Bei Verdacht ist daher eine Laparoskopie, ggf. mit Entnahme einer Gewebsprobe, sinnvoll. Auffällige Zysten werden laparoskopisch sicher im Bergebeutel entfernt. Solide oder solid-zystische veränderte Eierstöcke/Eileiter (Adnexe) sind vor den Wechseljahren zu 7 %, danach zu 30 % bösartig. Größere Zysten mit soliden Anteilen und freier Flüssigkeit im Bauchraum bei erhöhtem Tumormarker CA 12-5 sind verdächtig auf eine bösartige Erkrankung des Eierstocks. Die Primärtherapie beim Eierstocks-/Tubenkrebs ist an unserer Klinik immer die Operation am offenen Bauch mit der Zielsetzung einer kompletten Entfernung der Tumorabsiedlungen im Bauchraum (R0-Resektion=maximale Entfernung der Tumorlast). Bei Übergreifen des Tumors auf nichtgynäkologische Bauchorgane erfolgt die Operation gemeinsam mit der Allgemeinchirurgie und manchmal auch mit der Urologie. Zweiter Eckpfeiler der Behandlung des Eierstockskrebses nach der Operation ist immer die Chemotherapie (Standard). Voraussetzung für ein gutes Ansprechen der Chemotherapie ist aber immer die primär vollständige Entfernung des Tumors im Bauchraum durch die Operation. Zur Erreichung dieser Zielvorgabe hält unsere Klinik alle Strukturen vor. Die Nachsorge geschieht durch regelmäßige gynäkologische Untersuchungen mit Bestimmung des Tumormarker CA 12-5.

Quelle:
Petru E, Jonat W, Fink D, Köchli 0. Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, 3. Auflage, 2011, Springer: 99-123

Der Krebs der Schamlippen (Vulvakarzinom) ist selten und tritt bei 2 von 100.000 Frauen auf. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr. Allerdings finden sich Frühveränderungen (Dysplasien) an den Schamlippen, die zum Krebs führen können, deutlich früher zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr. Ursache derartiger Veränderungen sind, wie schon beim Gebärmutterhalskrebs, HP (human papilloma)-Viren vom Subtyp 16 und 18. Eine Früherkennung von Vorkrebsstadien ist hier möglich, da die Betrachtung der Schamlippen Bestandteil der gynäkologischen Routineuntersuchung ist. Typische klinische Symptome der Erkrankung sind Juckreiz, Blutungen, Schmerzen, im Ultraschall auffällige und tastbare Lymphknoten in den Leisten. Veränderungen an den Schamlippen erfordern immer eine Gewebsentnahme mit feingeweblicher Untersuchung. Die Therapie des Schamlippenkrebses ist die Operation. Ziel der Operation ist die Entfernung des Tumors mit ausreichend Sicherheitsabstand. Für die Entfernung des Wächterlymphknoten in der Leiste erfolgt, wie schon beim Gebärmutterhalskrebs, die nuklearmedizinische Markierung. Dieses Verfahren ist Standard der Behandlung an unserer Klinik. Ist der Wächterlymphknoten tumorfrei, dann kann auf eine weitere Entfernung von Lymphknoten verzichtet werden. Der Vorteil dieser Methode sind eine bessere Wundheilung, weniger Serome und Ödeme. Weitere Bausteine in der Behandlung des Schamlippenkrebses sind die Strahlentherapie bei primär nicht operablen Patientinnen, ggf. auch verbunden mit einer Chemotherapie. Die Nachsorge beim Schamlippenkrebs konzentriert sich auf eine gezielte Anamnese und die gynäkologische Untersuchung in engmaschigen Intervallen, da die meisten Rezidive (lokales Wiederauftreten der Erkrankung) in den ersten Jahren nach der Primärtherapie auftreten. Der früh erkannte Krebs der Schamlippen ist heilbar.

Quelle:
Petru E, Jonat W, Fink D, Köchli 0. Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, 3. Auflage, 2011, Springer: 155-170

Der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist der am seltensten auftretende. Im
Durchschnitt erkranken 0,4 von 100.000 Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Risikofaktoren sind, wie schon beim Gebärmutterhals- und Scheidenkrebs, HP (human papilloma)-Viren vom Subtyp 16 und 18. Klinische Symptome sind auffälliger Flour, Blutungen und Beschwerden. Festgestellt wird der Tumor der Scheide über eine Gewebsentnahme mit histologischer Untersuchung. Bestätigt sich ein Scheidentumor, dann steht die Strahlentherapie im Vordergrund. Die Operation ist aber nicht ausgeschlossen und erfolgt, in Abhängigkeit vom Alter, der Größe und Lokalisation des Tumors, individuell. Eine Chemotherapie erfolgt in besonderen Fällen. Ziel jeder Behandlung ist die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Scheide. Alle Behandlungsmöglichkeiten und die Konsequenzen werden an unserer Klinik immer ausführlich mit der Patientin und dem Partner besprochen. Die Nachsorge erfolgt in den ersten Jahren in kurzfristigen Intervallen im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung.

Quelle:
Petru E, Jonat W, Fink D, Köchli 0. Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, 3. Auflage, 2011, Springer: 171-181

Sie möchten einen Termin vereinbaren oder mehr zu unserer Klinik erfahren?
Sprechen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Nachricht.

Bild von Frauenklinik Ambulanz

Frauenklinik Ambulanz

Erreichbarkeit:

Montag bis Donnerstag 08.00 - 15.30 Uhr

Freitag 08:00 - 14.30 Uhr

TEL0951 503-12630

Sprechstunden der Ambulanz

Montag - Donnerstag 8:30 - 15:30 Uhr
Freitag 8:30 - 14:30 Uhr

Privatsprechstunde CA Dr. Enzinger

Freitag 08:30 - 12:00 Uhr

Brustsprechstunde, FOÄ Dr. Wrobel

Montag 8:30 - 15:30 Uhr
Dienstag 13:00- 15:30 Uhr
Mittwoch, Donnerstag 08:30 - 12:00 Uhr
Freitag 08:30 - 12:00 Uhr
   

Onkologische Sprechstunde CA Dr. Enzinger

Montag 08:30 - 15:00 Uhr
   

Dysplasiesprechstunde / Kolposkopiesprechstunde, Dr. Meier

Mittwoch 08:30 - 15:30 Uhr