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Experten erwarten Quantensprung bei der Reparatur von Knorpelschäden am Kniegelenk

Klinikum Bamberg beteiligt sich an „MesemCart“-Studie

 

Ein Knorpelschaden am Knie kann durch altersbedingte Abnutzung, Überlastung oder Verletzung entstehen. Er ist schmerzhaft, behindert die Funktion des Kniegelenks und schränkt die Lebensqualität ein. Wird der Knorpelschaden nicht rechtzeitig behandelt kann er sich verschlimmern und zu Arthrose führen. Privat-Dozent Dr. med. Jörg Dickschas, Leiter der Sektion für Gelenkerhalt und -rekonstruktion der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Bamberg, hat nun im Rahmen der klinischen „MesemCart“-Studie bayernweit die erste Transplantation von Stammzellen zur Behandlung von Knorpelschäden am Knie durchgeführt. 

„Bei dem Verfahren werden mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe gesunder Neugeborener verwendet“, erklärt PD Dr. Dickschas. „Die Operation selbst ist nicht sehr aufwendig: Zunächst wird der geschädigte Knorpelbereich vorbereitet. Anschließend werden die Stammzellen auf eine Trägermembran aufgebracht, die in den Knorpeldefekt eingebracht wird. Dort helfen die Stammzellen, Entzündungsprozesse im Gelenk zu reduzieren und die Neubildung von Knorpelgewebe zu fördern.“

Die Reparatur von Knorpel im Knie ist für viele Patientinnen und Patienten ein wichtiges Thema. Deshalb ist es laut PD Dr. Dickschas sehr erfreulich, dass es ab sofort am Klinikum Bamberg im Rahmen der Studie „MesemCart“, welche fachlich von der Universität Dresden geleitet wird, die Möglichkeit der Stammzellentransplantation gibt. 

Im europäischen Raum sei das Verfahren nach den Worten von PD Dr. Dickschas noch nicht sehr verbreitet. In Südkorea sei diese Form der Behandlung von Knorpelschäden jedoch bereits ein großes Thema und viele Fachveröffentlichungen in Magazinen zeigen laut dem Sektionsleiter im Hinblick auf das Verfahren hervorragende Ergebnisse.

In Bamberg wurde die erste Patientin nun behandelt. Im weiteren Verlauf der klinischen Studie sollen insgesamt 55 Patientinnen und Patienten operiert werden. „Wir erwarten uns von der Stammzellentransplantation einen Quantensprung in der Reparatur von Knorpelschäden“, so PD Dr. Dickschas.       

 

 

Ansprechpartnerin für die Presse:
Sozialstiftung Bamberg
Susanne Lindner-Northey
Tel. 0951 503-11010
E-Mail: susanne.lindner-northey@sozialstiftung-bamberg.de