Praxis für Neurochirurgie

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Tumoren des gesamten zentralen Nervensystems und periphere Nerven

Bei vielen niedrig gradigen Tumoren ist die Behandlung nach einer Komplettresektion abgeschlossen. Bei malignen oder höher gradigen Tumoren muss jedoch fast immer eine Nachbehandlung erfolgen, die entweder aus einer Chemotherapie, einer Strahlentherapie oder einer kombinierten Radiochemotherapie besteht. Hierfür wird fachübergreifend ein individueller Behandlungsplan im Rahmen der interdisziplinären Konferenz des Hirntumorzentrums für jeden einzelnen Patienten festgelegt.

Im Bereich der Strahlentherapie und Radioonkologie kann unseren Patienten neben der Intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) und der Tomotherapie auch eine radiochirurgische Behandlung, wann immer notwendig, angeboten werden.

Die radiochirurgische Behandlung erfolgt bei Bedarf in Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner. Alle im Klinikum erstellten Therapiepläne richten sich nach anerkannten Leitlinien und Behandlungsempfehlungen, basierend auf Ergebnissen von internationalen wissenschaftlichen Studien.

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Operationen bei Hirntumoren

In der modernen Neurochirurgie ist die fachliche Kompetenz nach wie vor die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Ergänzung findet diese durch modernste medizintechnische Geräte, so dass die bestmöglichen Behandlungsergebnisse für die Patienten bei gleichzeitigem Funktionserhalt erreicht werden können.

Die Klinik für Neurochirurgie Bamberg verfügt über modernste Medizintechnologie und die neuesten mikrochirurgischen Instrumente zur Durchführung von minimalinvasiven mikrochirurgischen und endoskopiegestützten Eingriffen.

  • 3D-voxelbasierte Neuronavigation
  • Hochauflösender Neuroultraschall SIEMENS ACUSON Antares (mit Einbindung in die Neuronavigation)
  • Computergesteuertes Mikroskop (Zeiss Pentero 900) für die fluoreszenzgestützte (5-ALA) Tumorresektion und intraoperative Darstellung von Gefäßen (Fluoreszenzangiographie / ICG)
  • Intraoperatives kontinuierliches Monitoring (Inomed) mit Brainmapping
  • Spezielle mikrochirurgische Instrumente (Rohrschaft)
  • Neuroendoskopiesystem für transkranielle und transnasale Operationen und Eingriffe an der Schädelbasis
  • Spezielle Auswertungssoftware für die Darstellung der Hirnfunktionsareale und Hirnbahnen (Fraunhofer MEVIS)
  • Navigationsgestützte transkranielle Magnetstimulation nTMS
  • Stereotaxierahmen für hochpräzise Biopsien

Der Begriff minimalinvasive Neurochirurgie beschreibt nicht alleine die Größe der operativen Zugänge, sondern steht für ein operatives Behandlungskonzept, bei welchem die operativen Zugänge individuell geplant und der speziellen Situation des Patienten angepasst werden. Die Zugänge werden hier nicht einfach so klein wie möglich durchgeführt, sondern nicht größer als für die operative Therapie notwendig. Hierdurch wird das operative Trauma minimiert. Die minimalinvasive Neurochirurgie ist der

Standard für alle operativen Eingriffe in der Klinik für Neurochirurgie des Klinikums Bamberg und wird durch ein fachlich hoch kompetentes und erfahrenes Team durchgeführt. Insbesondere bei minimalinvasiven Eingriffen an Hirntumoren spielt der Einsatz der speziellen voxelbasierten Neuronavigation mit 3D-Rekonstruktionen (Bild: Navi), basierend auf Kernspin- und Computertomographie-Aufnahmen, eine wichtige Rolle.

Alle Daten der präoperativen Diagnostik (MRT, CT, fMRT, MRSpektroskopie, nTMS, DTI/fibre tracking)

können in die Navigation übernommen werden und ermöglichen bereits in der Planungsphase und natürlich auch intraoperativ die Darstellung von Bahnen und Hirnfunktionsarealen. Somit kann der optimale operative Zugang geplant, individuell angepasst und bereits präoperativ überprüft werden. Intraoperativ kann damit das Ausmaß der Resektion überprüft und ggf. Resttumoranteile ausfindig gemacht werden. Hirntumoroperationen werden in der Klinik für Neurochirurgie Bamberg grundsätzlich navigationsgestützt durchgeführt.

Zusätzlich zur bildgebenden Darstellung erfolgt bei Hirntumoroperationen die ständige Überwachung der Nervenströme der motorischen und sensiblen Areale durch ein kontinuierliches intraoperatives elektrophysiologisches Monitoring. (Bild: ephysintraop2) Bei Operationen im Bereich der motorischen Areale wird zusätzlich ein intraoperatives Brainmapping durchgeführt bei dem die Kortexareale direkt stimuliert werden und somit Bahnen und Funktionsareale lokalisiert werden können.

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie steht für unsere Patienten die navigierte transkranielle Magnetstimulation (nTMS) (nTMS Nexstim) als einzigartige Technik zur Kartierung von Hirnfunktionen zur Verfügung. Hierbei werden gezielt einzelne Kortexareale nichtinvasiv stimuliert und so die exakte Lokalisation eloquenter Areale (Sprachzentren, Motorkortex) festgestellt. Dadurch können diese im Rahmen von Tumorresektionen besonders geschont werden, um so die bestmöglichen Resektionsergebnisse unter Funktionserhalt zu gewährleisten.

Bei malignen hirneigenen Tumoren wie z.B. Glioblastomen steht, um eine vollständige Tumorresektion erreichen zu können, für die operative Resektion zusätzlich das Fluoreszenzverfahren mit 5-ALA zur Verfügung. (Bild: 5ALA) Für die intraoperative Gefäßdarstellung wird die Fluoreszenzangiographie (ICG-Angiographie) genutzt, welche die Darstellung von intrakraniellen Gefäßen und deren Durchgängigkeit während der Operation ermöglicht.

Bei inoperablen Tumoren können durch Einsatz der Stereotaxie minimalinvasive Biopsien erfolgen, um nach der histologischen Sicherung die optimale weitere Therapie planen zu können.

Die Neuroendoskopie stellt einen wichtigen Teil der modernen Neurochirurgie dar und ermöglicht es, durch den Einsatz von speziellen Optiken auch komplexe Operationen minimalinvasiv durchzuführen. So kann manche Nervenwasserzirkulationsstörung durch eine endoskopische Eröffnung des Bodens des III. Ventrikels (Ventrikulozisternostomie) behoben werden.

Auch die operative Behandlung von Zysten und Tumoren im Bereich des Ventrikelsystems ist endoskopisch möglich. Durch die endoskopieassistierte Mikrochirurgie in Kombination mit minimalinvasiven Zugängen können Zugänge z. B. zur Schädelbasis kleiner gehalten werden, als dies in der traditionellen Neurochirurgie möglich ist. 

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