Anästhesiologie

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Örtliche Betäubung – oftmals völlig ausreichend

Zur Regionalanästhesie zählen die rückenmarksnahen Verfahren (Spinalanästhesie und Periduralanästhesie/-analgesie) sowie die peripheren Regionalanästhesieverfahren (Plexus-axillaris-Blockade und Blockaden für Operationen an den unteren Extremitäten). Vor dem jeweiligen Verfahren erhalten Sie ein Beruhigungs- bzw. Schmerzmittel, sodass alle Prozeduren für Sie stressfrei sind. Selbstverständlich erklärt Ihnen der durchführende Narkosearzt alle Schritte im Einzelnen.

Arzt am Tisch

Rückenmarksnahe Verfahren

Rückenmarksnahe Verfahren sind geeignet für Operationen an den unteren Extremitäten, in der Leistengegend, an den äußeren Geschlechtsorganen und an Organen des kleinen Beckens.

Dabei sitzen Sie mit möglichst rundem Rücken auf dem Operationstisch und werden von einer OP-Schwester gehalten. Nun injizieren wir mit einer hauchdünnen Nadel (Durchmesser ca. 0,5 mm) ein lokales Betäubungsmittel in die Nähe des Rückenmarks. In der Regel erfolgt der Einstich zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel. Immer unter absolut sterilen Bedingungen. Anschließend werden Sie auf den Operationstisch gelagert. Sie sind nun in der Regel vom unteren Rippenrand bis hin zu den Zehenspitzen schmerzfrei. Je nach verwendetem lokalen Betäubungsmittel drei bis sechs Stunden.

Dieses Verfahren eignet sich vor allem für stationäre Patienten, da sie postoperativ für einige Zeit nicht laufen können.

Dieses Verfahren kommt bei uns zum Beispiel bei folgenden Operationen zum Einsatz:

  • Operationen an Knien, Unterschenkel und Füßen, wie Kniespiegelung oder Begradigung einer Hammerzehe

  • Knochenbrüche an Ober- und Unterschenkel

  • Hüft- und Kniegelenksersatz

Periduralanästhesie bedeutet die Gabe eines lokalen Betäubungsmittels in den Periduralraum, der das Rückenmark umgibt. Dabei kann eine Einzelgabe verabreicht oder mit Anlegen eines Katheters eine längerfristige Therapie auf Station durchgeführt werden. Dieses Verfahren setzen wir vor allem zur Vermeidung und Therapie von postoperativen Schmerzen ein. Es wird analog zur Spinalanästhesie durchgeführt.

Die Periduralanästhesie/Analgesie eignet sich nur für stationäre Patienten, da sie für mehrere Stunden nicht laufen können. Es kann als Schmerztherapieverfahren für Eingriffe an den unteren Extremitäten eingesetzt werden.

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Periphere Regionalanästhesieverfahren

Bei diesen Verfahren werden einzelne Nerven oder auch ein Geflecht aus Nervenfasern, die ein bestimmtes Gebiet des Körpers versorgen, gezielt blockiert.

Plexus axillaris

Dieses Nervengeflecht versorgt die Schulter, Arme und Hände. Die Nervenfasern leiten die Schmerzen weiter zum Rückenmark und von dort weiter zum Gehirn. Es gibt mehrere Zugangswege, um die Schmerzweiterleitung zu verhindern:

  • Zugang über die Achselhöhle

Mit einer dünnen, kurzen Nadel und einem Nervenstimulator, der kleine elektrische Impulse abgibt, wird in der Achselhöhle die Nähe des Nervengeflechtes aufgesucht. Anschließend wird ein lokales

Betäubungsmittel gespritzt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Nervengeflecht mittels Ultraschall aufzusuchen oder beide Verfahren zu kombinieren.

In der Regel wird der komplette Arm betäubt und somit schmerzunempfindlich, aber auch bewegungslos gemacht. Zur postoperativen Schmerztherapie kann zusätzlich ein hauchdünner Katheter (Durchmesser < 1 mm) in die Nähe des Nervengeflechtes gelegt werden. Dadurch kann die Schmerztherapie auch über mehrere Tage durchgeführt werden.

Dieses Verfahren eignet sich für ambulante und stationäre Patienten. Es wird vor allem bei Operationen am Unterarm und an der Hand eingesetzt.

Je nach lokalem Betäubungsmittel beträgt die Wirkung zwischen 90 Minuten und vier Stunden.

  • Zugang über den Hals

Eine Nadel wird auf der zu operierenden Seite durch eine Muskellücke in die Nähe des Nervengeflechts geschoben. Dies passiert mittels Nervenstimulator und/oder ultraschallgesteuert. Anschließend wird ein lokales Betäubungsmittel gespritzt. Auch bei diesem Verfahren kann ein dünner Katheter für die postoperative Schmerztherapie gelegt werden.

Diese Verfahren wird vor allem bei Eingriffen an der Schulter sowie am Ober- oder Unterarm eingesetzt. Je nach lokalem Betäubungsmittel beträgt die Wirkung zwischen zwei und vier Stunden.

Nervus femoralis

Bei der Blockade des nervus femoralis wird mittels Nervenstimulator und/oder ultraschallgesteuert beim schlafenden Patienten der Nerv in der Leistengegend aufgesucht. Anschließend wird in die Nähe des Nervs ein lokales Betäubungsmittel gespritzt. Für die Schmerztherapie über einen längeren Zeitraum wird zusätzlich ein hauchdünner Katheter gelegt, über den das lokale Betäubungsmittel kontinuierlich gegeben werden kann.

Dieses Verfahren kommt zum Beispiel bei Eingriffen an Knie und Kniegelenk zum Einsatz.

Bei einer Einzelgabe beträgt die Wirkdauer drei bis vier Stunden.

 

Nervus ischiadicus

Dieser Nerv kann in Abhängigkeit des OP-Gebietes an mehreren Stellen aufgesucht werden: am Oberschenkel, seitlich in der Kniekehle oder aber auch in den Ästen, die das Sprunggelenk bzw. den Fuß versorgen. Prinzipiell ist die Vorgehensweise identisch mit dem des Nervus femoralis (siehe oben).

Möglicher Einsatz: Operationen am Oberschenkel, im Knie bzw. in der Kniekehle (z.B. Kreuzband-OP), Knochenbrüche am Unterschenkel bzw. im Sprunggelenk, Operationen am Fuß bzw. an den Zehen.

Je nach lokalem Betäubungsmittel beträgt die Wirkung einer Einmalgabe zwischen zwei und vier Stunden.

 

Fußblock

Beim Fußblock können die einzelnen Nerven, die für die Schmerzweiterleitung am Fuß zuständig sind, ganz individuell oder aber auch alle zusammen blockiert werden. Für die Blockade wird ca. 5 cm oberhalb des Knöchels ein lokales Betäubungsmittel von der einen Seite des Knöchels zur anderen gespritzt.

Dieses Verfahren wird bei der postoperativen Schmerztherapie und zur Unterstützung der Schmerztherapie während der Operation am Mittel- und Vorfuß bzw. an den Zehen eingesetzt. Die Wirkdauer beträgt zwei bis vier Stunden.

 

 

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Ambulantes OP-Zentrum B

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