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Die Geschichte der Häuser Antonistift und Bürgerspital

Antonistift

Das Antonistift ist der letzte Abkömmling der Frauensiechhof-, Antonisiechhof- und der Seckendorf´schen Stiftung. Zeugnisse dieser Stiftungen weisen bis ins 12. und 14. Jahrhundert zurück. Die Stiftungen waren Anstalten außerhalb der Stadtsiedlung zur abgesonderten Unterbringung von Leprosen, Aussätzigen und mit "ekelerregenden Krankheiten" Behafteten. Die Seckendorf´sche Stiftung bestand aus dem Erlös von Kapitalzinsen und diente der Leprosenmahlzeit und Almosenspendung.

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 bewirkte der Bamberger Spitalreformer Dr. Marcus die Vereinigung der vorhandenen Stiftungsvermögen. Er begründete das "Haus für Unheilbare" zur Entlastung des bereits bestehenden "Allgemeinen Krankenhauses", das allein den Akutkranken zur Verfügung stehen sollte.

Das "Haus für Unheilbare" befand sich zunächst im damals aufgelösten "Aufsees´schen Seminar" und später im "Lorber´schen Haus" hinter St. Jakob. 1878 wurde das "Haus für Unheilbare" mit dem Gebäude St. Getreu-Str. 1 neu errichtet, 1885 erhielt es den Namen "Antonistift".

Den Vorrang bei der Aufnahme hatten eingesessene Arme, aufgenommen wurden aber auch Leute vom Land und zahlende Vermögende. Immer wieder kamen Stiftungen hinzu, beispielsweise zahlte ein Bamberger Bürger im Jahre 1856 10.000 Gulden zur Unterbringung von "Epileptikern und Simpeln" (jährlicher Pensionspeis: 140 Gulden).

Die Gebäude des Bürgerspitals waren bis zur Säkularisation 1803/1804 eine Benediktinerabtei, deren Gründung ins 11. Jahrhundert auf Kaiser Heinrich II. und Bischof Otto I. zurückgeht. In seiner jetzigen barocken Form wurde es von den Baumeistern Dientzenhofer und Neumann geschaffen.

Nach der Säkularisation wurde das Kloster aufgelöst. Die damaligen Spitäler Elisabethenspital (erste urkundliche Erwähnung 1203) und Katharinenspital (1328 gestiftet), die sich im Stadtgebiet befanden, wurden in die ehemalige Abtei verlegt. Diese Lösung schlug der damalige Spitalarzt Dr. Marcus vor, der die unzureichenden hygienischen Verhältnisse, das Fehlen von frischer Luft und Sonne in den alten Spitälern bemängelte. Der Vorschlag wurde vom Magistrat der Stadt angenommen.

Die zunächst als "Vereinigte Spitäler" zusammengelegten Stiftungen erhielten 1804 den Namen "Bürgerspital" und wurden dann als "Bürgerspitalstiftung" von der Stadt Bamberg verwaltet.

Die Stiftung diente der Fürsorge alter Menschen in Bamberg. Alte und pflegebedürftige Menschen erhalten im Heim Unterkunft, Betreuung und Pflege. Das Heim will einen neuen Lebensraum bieten, wenn ein Verbleiben in der häuslichen Umwelt nicht mehr möglich oder zweckmäßig ist. Viele Jahre war das Bürgerspital bevorzugter Alterswohnsitz des Bamberger Bürgertums.