Zu den Inhalten springen

Das Holthusen-Diagramm

Das Holthusen-Diagramm

Das Holthusen-Diagramm zeigt die Beziehung zwischen applizierter Dosis und der Tumorkontrollrate bzw. Komplikationsrate. Die Differenz D2 – D1 entspricht der „therapeutischen Breite“. In diesem Diagramm verlaufen die Dosis-Effekt-Kurven für die Tumorkontrollrate und die Nebenwirkungsrate sigmoidal und parallel. Beide überlappen sich im therapeutischen Bereich (D1 - D2). Will man in jedem Fall eine Tumorkontrolle (100 %) erreichen (D1), würden in bis zu 50 % Strahlenspätfolgen auftreten (D2). Deshalb richtet man sich in der Klinik auf einen Wert ein, der 90 – 95 % der Tumorzellen eines bestimmten Typs sterilisiert und gleichzeitig 5 % bis allenfalls 10 % Strahlenspätfolgen verursacht. (aus: Rinecker, H.: Protontherapie – Neue Chance bei Krebs. Herbig-Verlag, München, 2005)

Die Lösung des Dilemmas durch Tomotherapie

Dieses Dilemma der Dosisüberlappungen kann man nur durch eine hohe Zielgenauigkeit und Reproduzierbarkeit der Bestrahlung mit strikter Differenzierung gesunden und kranken Gewebes lösen. Der Verwirklichung dieser Forderung steht allerdings entgegen, dass man nicht starre physikalische Körper, sondern offene biologische Systeme mit erheblicher Variabilität bestrahlt. Dies führt naturgemäß zu Ungenauigkeiten bei der Planung und Applikation der Bestrahlung, bei der Lagerung und Einstellung des Patienten auf dem Bestrahlungstisch am Linearbeschleuniger, durch interfraktionelle und intrafraktionelle Organbeweglichkeit und durch Deformierung von Zielvolumen und Organen während einer Bestrahlungsserie.

Die Lösung des Dilemmas ist die Kombination von

  • IMRT (Intensity modulated Radiotherapy),

  • IGRT (Image guided Radiotherapy) und/oder

  • ART (Adaptive Radiotherpy)

im Tomotherapie-Bestrahlungsprozess. Dadurch wird es in Zukunft möglich sein,

  • die Einstellungenauigkeit von Tag zu Tag,

  • die interfraktionelle und intrafraktionelle Organbeweglichkeit und

  • die Deformation des Targets über längere Zeiträume

zu berücksichtigen und eine vollkommene Konformität der Dosisverteilung zu erreichen.

Hierdurch ist eine sichere Dosiseskalation im Tumor bei gleichzeitiger maximaler Entlastung der umliegenden Risikoorgane möglich. Dies wiederum steigert die Tumorkontrollwahrscheinlichkeit, senkt die Nebenwirkungswahrscheinlichkeit am Normalgewebe und führt letztlich zu dem angestrebten Ziel der unkomplizierten Heilung.