Zu den Inhalten springen
zurück zur Übersicht

Interview mit Julia Emmler

Julia Emmler ist bei uns in der Sportmedizin Bamberg zuständig für die Leistungsdiagnostik, Trainingsplanung und die videooptische Laufbandanalyse. Außerdem ist sie selbst sehr aktive Sportlerin und Triathletin. Beim Projekt „Inthy en route to Zürichs´s Ironman“ ist sie zuständig für die Trainingsplanerstellung, das heißt, die Expertin als Trainerin. Hierzu einige Fragen:


Julia, seit wann trainierst du Triathleten, seit wann machst Du das selber?

Ich bin seit 20 Jahren aktive Triathletin und betreue seit 2007 Sportler mit der damit verbundenen Leistungsdiagnostik.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt darin Athleten an diese Sportart heranzuführen, die Leistungsentwicklung gemäß der individuellen Belastungsverträglichkeit zu gestalten und die Bewegungsqualität v.a. in Bezug auf die Schwimm.- und Lauftechnik zu ökonomisieren.

Hast Du schon selbst einen Ironman gemacht? Wie waren deine Erfahrungen? Was war am dabei am „härtesten“?

Ja, ich habe 3 Triathlons auf der Ironman Distanz absolviert, 2006 Ironman Frankfurt, 2011 Challenge Roth und 2012 Challenge Roth.

Was ist für die das spannende am Projekt Inthy Deansavan “en route” to Zürich´s IronmanTriathlon?

Spannend ist dass Inthy nicht nur der erste Laote ist der bei einem Ironman Triathlon teilnehmen wird, sondern auch dass Inthy noch nie bei irgendeinem Triathlon mitgemacht hat. Das ist eigentlich absolut nicht der Aufbau wie ich ihn jemanden empfehlen würde aber Inthy s Vision steht und er scheint mental sehr stark zu sein.

Positiv ist dass Inthy eine hervorragende allgemein Athletik besitzt die er durch jahrelanges Training erworben hat- und dass er die Erfahrung verinnerlicht hat dass so manches Projekt das abenteuerlich scheint umsetzbar ist wenn die Zielvision steht- dass hilft ungemein für sein Ziel.

(Anmerkung: Bis jetzt kennt Julia Inthy ja nur aus ein paar E mails – also per Ferncoaching – was sich aber bald ändern wird!)

Hast du bereits schon mal etwas ähnliches gemacht?

Ja, ich habe die erste Kenianerin trainiert vom ersten Laufwettbewerb bis hin zu ihrer ersten Langdistanz – siehe auch den Bericht und Bild.

http://www.sozialstiftung-bamberg.de/fileadmin/mediapool/pdf/downloads_sportortho/judith_1_.pdf

Was ist das wichtigste für das Training von Inty ?
Sehr wichtig ist, dass er im März zur Leistungsdiagnostik kommt und ich ihn schwimmen und laufen sehe um gezielte Übungen einzubauen.

(Inthy wird im März als laotischer Delegierter auf der ITB in Berlin sein und einen Tag nach Bamberg kommen können!)

Um sein Training gut anzupassen ist die Ermittlung der Trainingsbereiche sehr wichtig und um Überlastungserscheinungen zu vermeiden ist ein sauberer Laufstil enorm lohnend. Wichtig ist zunächst in diesem Zeitfenster die Verbesserung der aeroben Kapazität- Inthys Körper muss sich daran gewöhnen in einem moderaten Belastungslevel c.a. 65 % seiner maximalen cardiopulmonalen Leistungsfähigkeit lange haushalten zu können. Da Inthy noch nie auf einer solchen Distanz unterwegs war ist sein Ziel zu finishen und gut durchkommen, die Zeit ist nebensächlich- abgesehen davon gibt es meiner Meinung nach für den ersten Ironman sowieso keine „ schlechte“ Zeit. Für das Training bedeutet das, dass eine stabile Grundlagenausdauer am Wichtigsten ist. Sicher wird das Training in der spezifischen Vorbereitungszeit auch Intervalltraining und Kraftausdauer beinhalten aber knallharte Intervallarbeit kurz unterhalb der Funktionsleistungsschwelle sehe ich nicht als Programmpunkt.
Spannend bleibt´s auf alle Fälle.


zurück zur Übersicht