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Vorbeugende Maßnahmen gegen den plötzlichen Säuglingstod

Dopplersonographie zur Messung der Blutströmung in den Hirnbasisgefäßen

Zur Erforschung des plötzlichen Säuglingstods werden an der Kinderklinik verschiedene Untersuchungsprogramme bei entsprechenden Risikopatienten durchgeführt.

Der plötzliche Säuglingstod stellt die häufigste Todesursache bei ansonsten gesunden Neugeborenen dar (Häufigkeit 0,5 bis 1 pro 1000 lebend geborene Kinder). Zur Diagnostik steht einerseits die Dopplersonographie der Hirnbasisgefäße, andererseits das Schlaflabor, EKG, EEG und die pH-Metrie zur Verfügung.

1. Dopplersonographie der Hirnbasisgefäße

Mit der Dopplersonographie, einem besonderen Ultraschallverfahren, kann die Blutströmung in den Hirnbasisgefäßen gemessen werden, die den Hirnstamm (Sitz des Atem- und Kreislaufzentrums) mit Blut versorgen. Mit der Methode kann nachgewiesen werden, ob die Blutströmung in den genannten Gefäßen abhängig ist von der Körperlage und Drehung des Kopfes. Bei Risikopatienten kann es in Bauchlage und Drehung des Kopfes zu einem starken Abfall der Blutströmung in den Hirnbasisarterien kommen. Eine Minderdurchblutung des Atem- und Kreislaufzentrums kann dann zum plötzlichen Kindstod führen.

Die Untersuchung wird allen Eltern, deren Kindern in der Frauenklinik Bamberg geboren wurden, kostenlos angeboten. Säuglinge, die in anderen Einrichtungen entbunden wurden, können nach Überweisung durch den Kinderarzt ebenfalls untersucht werden.

Durchführung der Dopplersonographie: Prof. Dr. Deeg und Assistenten.

2. Schlaflabor

Im Schlaflabor (siehe auch Polysomnographie) können alle lebenswichtigen Funktionen des Kindes wie EKG, Hirnströme, Atmung und Sauerstoffgehalt des Blutes überwacht und computergestützt aufgezeichnet werden. Hierzu muß das Kind an verschiedene Monitore angeschlossen und eine Schlafperiode während der Nacht kontinuierlich aufgezeichnet werden. Mittels computergestützter Auswertung kann nachgewiesen werden, ob das Kind Atempausen oder eine Behinderung der Atmung im Bereich der oberen Luftwege während der Nacht aufweist. Weiterhin können Herzrhythmusstörungen und Störungen der Hirnströme erfaßt werden. Durchführung der Polysomnographie: OA Dr. U. Glöckel

3. EKG

Mit dem EKG kann eine besondere Form der Herzrhythmusstörung, die zum plötzlichen Kindstod führen kann, das Long-QT-Syndrom, erfaßt werden. Im positiven Fall steht eine medikamentöse Behandlung (Beta-Blocker) zur Verfügung.

4. pH-Metrie

Mit der pH-Metrie kann ein Rückfluß von Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre nachgewiesen werden. Der Rückfluß kann zur Einatmung des Speisebreis führen und stellt möglicherweise eine weitere Ursache des plötzlichen Kindstods dar.

Durchführung der pH-Metrie: OA Dr. U. Glöckel