Die postoperative Bestrahlung der Brust ist ein wesentlicher Bestandteil der brusterhaltenden Therapie. Ziel der Bestrahlung ist es, das Risiko eines Rückfalls in der behandelnden Brust zu minimieren.
In Risikofällen kann auch nach einer vollständigen Entfernung der Brust die zusätzliche Bestrahlung der Brustwand erforderlich sein. Unter Umständen ist in Abhängigkeit vom Tumorstadium und weiteren Risikofaktoren auch eine Bestrahlung der Lymphabflusswege im Bereich der Achselhöhle und der Schlüsselbeingrube erforderlich. Bei Absiedlungen des Tumors, z. B. in die Knochen, wird häufig eine Bestrahlung mit dem Ziel der Schmerzlinderung und Knochenstabilisierung erfolgreich durchgeführt.
Die Strahlentherapie ist durch die Verwendung moderner Bestrahlungsgeräte und hochkonformaler Bestrahlungstechniken gut verträglich. Die Bestrahlung wird vorzugsweise an einem Linearbeschleuniger durchgeführt.
In speziellen Fällen, z. B. bei einer Trichterbrust oder bei der Notwendigkeit, beide Brüste oder beide Brustwände zu bestrahlen, kommt das Tomotherapie-HI-ART-System zum Einsatz. Dieses System bietet einerseits durch die Möglichkeit der intensitätsmodulierten Radiotherapie eine noch bessere Konformalität der Dosisverteilung im zu bestrahlenden Gebiet bei gleichzeitig maximaler Schonung der umliegenden Risikoorgane und andererseits durch die Möglichkeit der bildgeführten Bestrahlung eine hohe Präzision und Reproduzierbarkeit der Bestrahlung von Tag zu Tag.
Bestrahlungsplan für optimale Therapie
Vor Beginn der Bestrahlung wird für jeden Patienten ein Bestrahlungsplan auf der Grundlage einer Computertomographie der individuellen Patientenanatomie erstellt. Der Bestrahlungsplan wird vom Arzt und Medizinphysik-Experten so optimiert, dass die nach den Erfordernissen der medizinischen Wissenschaft erforderliche Dosis im Zielvolumen erreicht und die Dosis außerhalb des Zielvolumens so niedrig wie möglich gehalten wird.
Während der Therapie werden die Bestrahlungsfelder regelmäßig durch so genannte Feldkontrollaufnahmen auf Kongruenz zum Zielgebiet und zur knöchernen Anatomie des Patienten überprüft. Nach Beendigung der Strahlentherapie werden die erforderlichen Nachuntersuchungen durchgeführt.
Kontakt
Priv. - Doz. Dr. med. Gunther Klautke
Chefarzt der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie
Tel.: 0951 / 503 12920